Tag-Archiv für 'rechts'

Gegen schwammige Grenzen – Gegen die sogenannte Grauzone

Am 11.09. hatten wir zusammen mit unseren Freunden von den „Midnaid Devilz“ ein Konzert im Orgasmatron Leipzig geplant, welches große Kontroversen innerhalb der Bands mit sich brachte. Dort wurden und werden Bands wie Gerbenok, Spy Kids und andere Bands gebucht, die mit unserer Ansicht von Konzert- und Besucherpolitik nicht konform gehen. Ein Teil der Mitglieder unserer Band war der Meinung unter keinen Umständen in einem Laden zu spielen, der solche Bands toleriert und sogar unterstützt; ein anderer Teil war der Auffassung, man solle grade an so einem Ort spielen um positive Akzente zu setzen.
Nun berichtete letzte Woche die „Oire-Szene“-Redaktion über die Hintergründe des Veranstaltungsortes und der Veranstaltungsgruppe. Auch wenn dort, für unser Dafürhalten, ein wenig vorschnell mit den Begriffen RAC und Rechtsrock um sich geworfen wird, so zeigt der Bericht doch die Kontroversen auf, die in diesem Laden herrschen. Darum haben wir uns entschloßen, das Konzert abzusagen.
Obwohl oder gerade weil einige unserer befreundeten Bands (die besten Beispiele Klaustrophobie und Midnaid Devilz) in den großen Topf der Grauzone geworfen wurden, wollen wir ein Zeichen setzen gegen das Verschwimmen der Grenzen und für ein Umdenken innerhalb der Szene.

Wir haben keinen Bock auf falsche Toleranz und Kuschelkurs mit Rechten.
Wir wollen klar Stellung beziehen als antifaschistische, antirassistische, antisexistische und antihomophobe Band.

Am Samstag sehen wir uns in Schwedt/Oder zum Festival „Unsere Stadt hat Nazis satt“, um zu zeigen was wir von Nazis halten. Ab 16 Uhr spielen dort einige Bands wie „Lord James“ und „Zerstroit“. Der Eintritt beläuft sich auf 0,50 EUR. Rumkommen lohnt sich, auch für einige Leute aus Meck-Pomm oder Berlin.
Wir sehen uns!

schwedt

+++Update 29.08.2010+++
Die Konzertgruppe meldet sich auf ihrem Blog nun auch zu Wort, hier entlang!

Happytime

Molmke, ein Ort, der ohne Navigationsgerät nicht gefunden werden kann, wo Punkbands noch in Scheunen spielen und wo einem, wenn man alleine unterwegs ist, noch von 3 Autonomen Dorf-Nationalisten aufgelauert wird (kein Witz), die man vorher aufgrund von Thor Steinar Jacken des Konzertes verwiesen hat.
Abgesehen davon, ist es immer eine Reise wert, wenn mal wieder Scheunenfete angesagt ist. Mittags noch bei Hansa gewesen und den ersten Sieg in Liga 3 gefeiert, machten wir uns auf nach Molmke. Dort angekommen wurde mit der örtlichen Metalcore-Band und der Band Kasa aus Hannover noch schnell die Running-Order mithilfe von Streichhölzern ausgelost und los gings. Wir waren als zweites dran, das war gut für uns, vorher noch ein wenig entspannen und hinterher noch ein wenig das Freigetränkekontingent ausnutzen.
Die erste Band hat so richtig keinen vom Hocker gerissen, jedoch fielen dort schon die eingangs erwähnten Herren ins Auge, die mit fragwürdigen Buttons und Klamotten auf sich aufmerksam machten. Auch auf Nachfrage konnte niemand bestätigen, wer die sind und was die hier wollen und bis heute weiß ich nicht, ob sie einfach ein wenig „Spaß“ wollten, „verdeckt“ ermittelt haben (dann lasse ich aber meine TS-Sachen im Schrank) oder einfach nur dumm waren. Wir klar gemacht, dass wir vor solchen Leuten nicht spielen, sie waren verschwunden und es konnte losgehen. Es hat ein wenig gedauert bis die Menschen vor der Bühne warm wurden, aber dann legten sie den weltberühmten „Molmker Blutpogo“ aufs Parkett und von da an war alles zu spät: umherfliegende Soundanlagen, ladenneue Gitarren die danach reparaturwürdig waren und und und… Es blieb kein Auge trocken.
Danach noch Kasa abgefeiert (während deren Show die Fäuste wie wild flogen, das war also mit dem „Diesdorfer Bretterknaller gemeint. HAHA!) und um halb 6 waren wir dann auch wieder in heimischen Gefilden.