Tag-Archiv für 'nazis'

Brand in der Baracke (Falkensee)

Die Baracke (linker Jugendclub) in Falkensee/Brandenburg wurde offenbar Opfer eines Brand-Anschlages. Polizei spricht von „Brandstiftung“!
Sie ist komplett ausgebrannt und höchstwahrscheinlich nicht mehr nutzbar.
Eine weitere Anlaufstelle in der brandenburgischen Provinzpampa für Anti-Kommerzielles Schaffen wurde zunichte gemacht…

Wir sind sehr betroffen, denn die Baracke wurde von sehr guten Freunden von uns betrieben und wir waren gerne Gäste dort und hatten sogar in nächster Zeit noch ein Konzert dort geplant.

Unsere Wut und Trauer kennt keine Grenzen!

Edit: Aufgrund der Ereignisse und der bisherigen Sachlage rufen wir deshalb zu einer Demonstration „Baracke! Jetzt erst Recht! Alternative Jugendarbeit erhalten und schützen!“ auf.
Treffpunkt ist am Donnerstag, den 16.02.2012 um 19 Uhr vor der Baracke, Slabystraße 2 in Falkensee!

baracke-demo

Castor raus! Nazis abschalten!

Seit Monaten erlebt der Widerstand gegen die Atomenergie sowohl bundesweit als auch in MV ungeahnten Aufwind. Die Nazis wollen darauf aufsatteln. In deren Portal „Mupinfo“ finden sich ausführliche Infos zum Castor und zu den bevorstehenden Protesten. Anscheinend mobilisieren sie selber zum Castor-Protest. Ein Artikel auf dem Portal endet mit den Sätzen: „Weitere Aktivitäten der Atomkraftgegner sind bereits angekündigt. Möglicherweise beteiligen sich auch nationale Kräfte vor Ort“.
Es passt ins Bild sich verändernder faschistischer Propaganda, dass die Nazis nicht nur stumpf auf der Schiene Heimatschutz/Ökologie reiten, sondern auch antikapitalistische Elemente der Anti Castor Proteste bedienen. So äußerte der NPD-Abgeordnete aus MV, Pastörs während einer Landtagsdebatte, dass die Atomenergie ein Teufelswerk sei und nur der kapitalistischen Wachstumsideologie diene. Es wird aber gleichzeitig offen zugegeben, dass es ihnen nicht um die Abschaffung der Atomtechnologie gehe. Laut der Äußerung von Pastörs im Landtag, ist ein weiteres deutsches Engagement in der Atomenergie in Ermangelung anderer preiswerter Alternativen zur Energiegewinnung sinnvoll, um auf dem Weltmarkt mit dessen niedrigen Energiepreisen mithalten zu können.
Auch wenn dieses Argument faktisch falsch ist, so zeigt dieses Argument der Standortlogik doch sehr deutlich die eigentlichen, nationalistischen Interessen der Nazis. Im Kern geht es den Nazis also nicht um die Abschaffung der Kernenergiegewinnung weltweit sondern nur um einen Machtgewinn in der strukturschwachen Region MV, indem sie sich als Sachwalter der Interessen der dortigen Bevölkerung gegen vermeintliche Interessen der sogenannten Industrieregionen gerieren.

Wir lassen nicht zu, dass Vertreter menschenverachtender Ideologien als Trittbrettfahrer von dem Anti-Atom-Protest profitieren. Es ist die übliche Taktik der Nazis, an Proteste und gesellschaftliche Kontroversen anzuschließen, in der Hoffnung, dadurch mehr gesellschaftlichen Einfluss zu erlangen. In diesem Zuge präsentieren sie sich und einen starken Staat, nationale und rassistische Ideologien als Lösungsmuster.

Natürlich ist es kein Zufall, dass die strukturschwache Region MV für die Zwischen(end)lagerung vorgesehen ist. Mit dem Mittel Zuckerbrot (versprochenen Verdienstzuwächse durch Arbeitsplatzangebote) und Peitsche (Polizeieinsätze) soll hier als auch im ebenfalls strukturschwachen Wendland ein Atomklo durchgesetzt werden. Es ist wichtig, hier, ebenso wie im Wendland eine starke emanzipatorische Gegenbewegung aufzubauen. Für Nazis ist dabei kein Platz. Für uns ist der Kampf gegen Atomenergie verbunden mit dem Kampf für eine emanzipatorische und solidarische Gesellschaft. Nazis wollen etwas anderes.

Kein Fußbreit den Nazis in den Anti Castor Protesten noch irgendwo sonst!
Kick the waste!

Di, 14.12. – 20.00 Uhr Greifswald HBF/ ZOB

lubbe

NPD-Infostand verhindern!

Nazialarm!
Am 10. November will die NPD-Landtagsfraktion MV zwei Infostände in Greifswald durchführen. Zwischen 12 und 17 Uhr haben sie sowohl am Fischmarkt, als auch am Schönwaldecenter Veranstaltungen angemeldet.
Die Infostände stehen als Wahlkampfaktivitäten im Zusammenhang mit der Landtagswahl 2011, bei der die NPD sich anschickt erneut in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einzuziehen. Wiedereinmal versucht die NPD ihre menschenverachtende Ideologie unter die Bevölkerung zu bringen und mit sozialen Themen zu punkten.
Das die neonazistische Partei mit ihren Infostände ausgerechnet nach Greifswald kommt, ist der Tatsache geschuldet, dass in der Hansestadt im Gegensatz zum Umland wenig Propagandaaktivitäten der NPD zu beobachten sind. Darüber hinaus sind rechte Strukturen in der Universitätsstadt im Gegensatz zum Landkreis Ostvorpommern verhältnismäßig schwach ausgeprägt. Möglicherweise versuchen die Neonazis die Hansestadt Greifswald für den kommenden Wahlkampf zu schleifen.

nazis

know your enemy
Vermutlich werden die Protagonisten der NPD, die den Stand betreuen, wiedereinmal aus Ostvorpommern kommen. Dies sollte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass auch Greifswalder Neonazis an den Veranstaltungen teilnehmen werden. Gerade die in letzter Zeit sehr aktiven Neonazis der Gruppe „Nationale Sozialisten Greifswald“, die für zahlreiche rechte Schmierereien verantwortlich sind werden die Stände frequentieren. Für die gut vernetzten Greifswalder „Kamerad/innen“ werden die Veranstaltungen einmal mehr eine Möglichkeit bieten sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren, wie sie es bereits auf diversen Neonaziaufmärschen in MV und Brandenburg getan haben.
So nahmen bereits im Frühjahr bekannte Mitglieder der Gruppe an Infoständen in HGW teil.
Hierbei zeigten sich die guten Kontakte zu regionalen Kadern über die sie verfügen. Auch haben sich die Neonazis der „NSG“ der sogenannten „Anti-Antifa“-Arbeit verschrieben und versuchen durch abfotografieren und ausspionieren an Daten ihrer politischen Gegner_innen zu gelangen. Vorsicht ist also geboten!

fight the fascist scum – unity means power
Wir rufen alle antifaschistisch gesinnten Menschen dazu auf mit uns die Veranstaltungen der NPD zu stören und wenn möglich zu verunmöglichen. Neonazistische Propaganda muss verhindert und den Neonazis ihre Bühne genommen werden. Das schaffen wir nur gemeinsam! Bereits im Frühjahr konnte den Neonazis entschiedener Protest entgegen gebracht werden! Die Ideen des „nationalen Sozialismus“ und der „Volksgemeinschaft“ sind keine Lösungen für soziale Probleme, sondern führen zu Diskriminierung und Verfolgung von, den Neonazis missliebigen Menschen.
Dagegen setzen wir die Idee von einer emanzipierten, und progressiven Gesellschaft, in der Ausgrenzungsmechanismen keine Rolle mehr spielen und Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Religion oder Sexualität gemeinsam, friedlich zusammenleben.

Für eine Gesellschaft, in der Neonazis keinen Platz haben!

NPD-Infostände stören!

Quelle: Antifa Greifswald
Bild und nähere Infos: Fleischervorstadtblog

Samstag/ HWI: Keine Nazis aufs Campus Open-Air!

Am 25. September 2010 findet das Campus Openair in Wismar statt – ein Grund zur Freude.
Sogar ein kleines Jubiläum steht an, denn das COA wird 10 Jahre alt und weist wie in der Vergangenheit eine interessante Vielfalt von KünstelrInnen auf, welche ein buntes sowie zahlreich erscheinendes Publikum verspricht.

Alles super – warum jetzt diese Kampagne?

In den zurückliegenden Jahren kam es vermehrt zu Pöbeleien und tätlichen Angriffen gegenüber nicht-rechten Jugendlichen auf dem Weg zum, als auch auf dem Campus Openair.
Ausgeübt wurden diese von verschiedenen Gruppierungen des neonazistischen Spektrums aus Wismar und der näheren Umgebung. Weder persönliche Diskrepanzen, noch vorausgegangene Provokationen sind hierfür die Auslöser. Auftreten und Aussehen lässt zu keiner Zeit Zweifel an einer neonazistischen Gesinnung der TäterInnen zu.
Darüber hinaus nutzen Neonazis zunehmend diverse Großveranstaltungen, wie das Campus Openair, um öffentlich Präsenz zu zeigen und ihnen unliebsame Gäste einzuschüchtern. Übermäßiger Alkoholkonsum und eine daraufauffolgende Gruppendynamik münden dann in die eingangs beschriebenen Übergriffe.

…und jetzt? Was bewegen?!

Die Voraussetzung damit sich jede und jeder auf dem COA wohlfühlt, ist ein angenehmes und entspanntes Klima. Neonazigruppen und rechte Symbolik auf dem Campusgelände führen diese Bemühungen ad absurdum. Hinzukommend bietet die Veranstaltung großen Raum, um die Akzeptanz gegenüber rechtem Dresscode, wie Thor Steinar und Erik & Sons, schleichend zu steigern.
Insbesondere vor dem Hintergrund einer erstarkenden neonazistischen Problematik in unserer Region, ist ein sensibler Umgang aller Beteiligten unabdingbar.

Butter bei de Fisch‘:
Keine Naziklamotten und rechte Szenecodes auf dem Gelände!
Kein Zutritt für Nazis beim Campus Openair in Wismar!
NO ENTRY!

Schwerin blockieren!

Am 25. September 2010 wollen die Neonazis von der NPD unter dem Motto „Todesstrafe für Kinderschänder — Volksabstimmung jetzt!“ in Schwerin auf Stimmenfang für die bevorstehenden Landtagswahlen gehen. Sie setzen dabei bewusst auf ein Thema, das sie als „Türöffner“ zur gesellschaftlichen Aufmerksamkeit und aus der politischen Isolation heraus begreifen. Dies tun sie in dem Bewusstsein, dass sexueller Missbrauch als Aufhänger für Populismus der verschiedensten politischen Spektren ein dankbares Thema ist.

In kaum einem anderen Kontext ist die ebenso abgegessene wie unsinnige Forderung nach „härteren Strafen“ so anschlußfähig für größere Teile der Bevölkerung, wie in diesem. In öffentlichen Inszenierungen von kollektiver Trauer und peinlichen Wutausbrüchen, vermischen sich sehr verschiedene Aspekte, von irrationaler Realitätsferne über einem archaischen Strafbedürfnis bis zu einer regressiven antimodernen Weltanschauung.

Hinter dem Ruf nach Strafe…

… und härteren Gesetzen verbergen sich in diesem Fall, die gleichen Gestalten, denen sonst nichts an diesen, für das kleinbürgerliche Ohr wohlklingenden Phrasen, liegt, sondern die bei der erstbesten Gelegenheit selbst zur Fackel und zum Knüppel greifen würden, ungeachtet der Tatsache, dass sie die, von ihnen hochgehaltenen rechtsstaatlichen Grundsätze, durch ihr Verhalten, ad absurdum führen. In Gadebusch hatte letztes Jahr nicht viel gefehlt, bis sich der Lynchmob aus Neonazis und Kleinstädtern, zum Ankläger, Richter und Vollstrecker in einer Person aufgeschwungen hätte.

Die Motivation, das Entsetzen über sexuellen Missbrauch in aller Öffentlichkeit, in eine politische Kampagne zu transformieren, ist bei den Nazis nicht schwer zu entziffern. Die Wiedereinführung der Todesstrafe über das Vehikel einer öffentlichen Missbrauchsdebatte zu thematisieren, ist durchsichtig und plump. Wer glaubt, das Sexualstraftäter die einzigen sind, denen die Nazis den Tod wünschen, dürfte hingegen noch wesentlich naiver sein, als die Dorftrottel, die sich der NPD in Gadebusch und Ferdinandshof, bei ähnlichen Demonstrationen, angeschlossen haben.

Die Betroffenenperspektive?

Niemand von denen, die da jetzt in aller Öffentlichkeit über sexuelle Übergriffe, sei es auf Kinder oder auf Frauen, so leichtfertig daher reden, interessiert sich hingegen für die Lebensrealität der Betroffenen.

Dabei ist es nicht die pure Dummheit, die den Nazis anheim wohnt, die sie dazu treibt, die Realität nicht wahrhaben zu wollen und die Öffentlichkeit mit ihren Wahnvorstellungen zu belästigen. Es ist eine Strategie wie sie Populisten verfolgen, wenn sie sich eines Themas bedienen um ihre Ideologie zu verbreiten. So konstruiert die NPD in ihren Flugblättern das Bild von einem großen Unbekannten, welcher sich seine Opfer auf der Straße, aus dem Auto heraus oder im dunklen Park suchen würde. Auf diesem Wege ist es leicht den Täter zu entmenschlichen und ihn zum „Schwein“ zu erklären, welches ohne Probleme, mittels einer Kundgebung im Fackelschein, eines mit Mistgabeln bewaffneten Mobs oder einer Outingkampagne im Internet, aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden kann. Die politische Profilierung des Nazi-Kandidaten vor Ort, lässt sich so spielend mittels Mordaufrufen und hart klingenden Reden, betreiben. Sympathiegewinne beim örtlichen Pöbel sind da garantiert.

Doch die Realität sieht anders aus. Der weitaus größte Teil der Sexualstraftäter kommt aus dem sozialen Nahbereich der Opfer. Er ist also nicht der Unbekannte aus dem Park, sondern der Vater, Bruder, Onkel oder der gute Freund der Familie. Er lässt sich nicht einfach aus der Dorfgemeinschaft ausstoßen, sondern ist in vielen Fällen eine Vertrauens- und Bezugsperson der Betroffenen.

Aber wen interessiert das? Der Pöbel der am 25. September auf die Straße gehen will, interessiert sich einen Scheissdreck für die Betroffenen. Er interessiert sich auch nicht dafür, dass die Schaffung einer großen Öffentlichkeit für konkrete Missbrauchsfälle die Betreuung der Opfer nicht nur behindert, sondern oft auch verhindert. Wie soll ein Opfer noch unbehelligt durch den Wohnort gehen können, wenn jeder Hans und Franz durch die NPD und andere lokale Klatschmäuler und vom jeweiligen Vorfall in Kenntnis gesetzt worden ist? Wie soll ein Opfer lernen über das erlittene zu sprechen, wenn es auf Schritt und Tritt von Gaffern verfolgt wird, die getarnt mit geheuchelter Sorge und perfidem Interesse, rücksichtslos alles und es am Ende sogar besser wissen wollen? Unter solchen Umständen ist eine Retraumatisierung der Betroffenen nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich.

Rückwärtsgewandtes Weltbild

Dass die NPD zeitgemäße und bewährte Ansätze, wie geschlossene Therapie, ausgerichtet an wissenschaftlichen Erkenntnissen, Resozialisierungsmaßnahmen und ein Mindestmaß an Diskretion, ablehnt, liegt nicht zu letzt an ihrem Weltbild. Rückwärtsgewandt verherrlichen sie alles was irgendwie an das Konstrukt einer vermeintlich „guten alten Zeit“ erinnert, während die moderne Gegenwart, wie auch schon im historischen Nationalsozialismus, zum Feindbild erklärt wird. Das, entgegen der Behauptung der NPD, die Anzahl sexueller Straftaten, insbesondere die vom Typ des großen Unbekannten rückläufig ist, passt nicht in diese Erzählung und wird daher auch bewusst verschwiegen. Schließlich ließe sich damit keine Politik machen und schon gar keine Todesstrafe für wen auch immer fordern.

Was die Betroffenen brauchen ist eine schnelle und diskrete Betreuung, die sich an ihren Bedürfnissen ausrichtet und nicht an denen der NPD-Landtagsfraktion. Was wir brauchen sind keine Neonazis und schon gar keine auf unseren Straßen!

Kommt deshalb am 25. September nach Schwerin und macht den Nazis die Straße streitig! Wir machen die Route dicht! Nazidemo blockieren!

Treffpunkt: Platz der Freiheit 9.00 Uhr
Ermittlungsausschuss: 0385 – 34 36 651

weitere Infos!

Archi im Interview über Szene, Heimat und Hansa Rostock

1) Hallo zusammen! Hier ist der Steven vom „On File“-Fanzine. Wer seid ihr Nordlichter denn? Stellt euch doch mal vor!
Moin moin, also ich bin Archi, der Sänger und Gitarrist von „Auf Bewährung“. Dann haben wir da noch Marv am Bass, Maddin an der anderen Gitarre und Flo an den Drums.

2) Euch gibt es mittlerweile seit fast fünf Jahren. Liefert kurz doch mal eine kurze Bandgeschichte ab.
Genau, Anfang des WM-Jahres 2006 haben wir uns zusammengefunden, es folgten die ersten Konzerte auf Geburtstagen von Freunden, das alte Spiel also. Ein Jahr später folgten dann die ersten Konzerte als Support von einigen größeren Bands. So wurden einige Menschen auf uns aufmerksam und wir hatten ab circa 2008 die Möglichkeit ziemlich in der Republik herumzukommen. Ende 2009 haben wir dann unser erstes Album „Sturmwarnung“ aufgenommen und selbst veröffentlicht. Im letzten halben Jahr haben wir kleine Schaffenspause eingelegt, uns gesammelt, sind anderen Projekten nachgegangen und greifen nun seit Juni wieder an.

3) So wie Archi mir geschrieben hat, kommt ihr ja aus der Nähe von Wismar. Vor ca. 10 Jahren traf ich in Gadebusch einige Skins aus Wismar, die mir erzählten, dass es dort szenemäßig ziemlich gut aussieht (30 leute aus der Skin/Punk/HC-Ecke). Wie sieht es heute in Wismar und Umgebung aus?
Nunja, wir selbst haben in Wismar erst ein Konzert gespielt, weil punkrocktechnisch dort kaum noch etwas geht. Hin und wieder finden dort kleinere Konzerte statt, aber viel ist es nicht. Ende der 90er sah es dort noch ganz anders aus, aber Alkohol/Drogen, der Weggang der „Alten“ bzw. das Ausbleiben von Nachwuchs taten das Übrige für den Abbau der Szene.

4) Um beim Thema zu bleiben: Ich selbst habe zwischen 1999 und 2006 in Greifswald gelebt. Greifswald selbst ist seit den frühen 90ern bekannt für seine Oi!-Szene und es spielten einige großartige Bands über die Jahre im dortigen „klex“. Könnt ihr mir berichten, wie es momentan in M-V aussieht? In Greifswald scheint ja demnäxt einiges zu gehen, in Rostock soll hingegen das JAZ geschlossen werden.
Für Greifswald hast du in mir jetzt den richtigen Experten innerhalb der Band gefunden. Ich wohne nun seit einem Jahr hier und habe mich bewusst für diese Stadt entschieden. Neben Rostock, wo ich vorher gewohnt habe, hat meiner Meinung nach Greifswald die aktivste Szene in M-V. Das „Klex“ war und ist mit Sicherheit eine Institution in Sachen Punk & Oi!, doch auch hier hat es sich gewandelt, mittlerweile finden immer mehr Hardcore und Metal-Kids Einzug in die Clubs. Es scheint grade „in“ zu sein, meine Tasse Tee ist das jedoch nicht.
Die Sache mit dem JAZ ist eine wirklich beschissene Sache, dort wird systematisch versucht, alles „alternative“ aus der Stadt zu drängen. Es wurden in der Nähe vom JAZ Mietwohnungen gebaut und nun beschweren sich die Mieter über zu hohe Lautstärke. Eine Frechheit, wenn man bedenkt, dass die Baufirma schon weit vorher wusste, in welche Nachbarschaft sie ihr Mietshaus setzt. Nun steht das JAZ in der Pflicht Maßnahmen gegen den Lärm zu setzen, Sanktionen die Geld, Zeit und Schweiß kosten. Eine zerfahrene Angelegenheit.

5) Jetzt, wo ich gerade diese Zeilen tippe, dürftet ihr euch in Molmke bei Salzwedel rumtreiben. Da ich selbst gebürtiger Salzwedeler bin, würde es mich schon interessieren, was dort beim „Scheunenfest“ so abging!
Die Molmkener Scheunenfete ist für uns immer ein besonderes Event im Jahr, dort treffen wir Freundinnen und Freunde und haben eine schöne Zeit. Dort ist alles handgemacht, vom Tresen bis zur Bühne – keine großen Anlagen, keine Starallüren. Dieses Jahr haben jedoch ein paar Autonome Nationalisten versucht Stress zu machen, haben einem Mitglied unser Band zu dritt aufgelauert und solche Späße. Ist nix passiert und von soetwas lassen wir uns nicht den Abend vermiesen. Die Sachsen-Anhaltiner (sagt man das so?) sind jedoch ein verdammt feierwütiges Völkchen.

6) Kommen wir nun zur Musik: Ihr rumpelt ja nun gerade nicht den alltäglichen Sound durch die Landschaft, was mir persönlich sehr zusagt. Was für Stile/welche Bands sind denn euer Einfluss?
Ich glaube die Rumpelphase haben wir hinter uns. Haha. Nein, im Ernst, die Mitglieder unserer Band haben einen breitgefächerten Musikgeschmack: während bei mir eher Hardcorepunk wie Riot Brigade und Rejected Youth oder Oi! von Loikaemie und Volxsturm auf den Plattenteller kommt, steht unser Drummer mehr auf Ami-Punk a la Blink182. Unser Basser legt sich gerne mal eine Blues-Scheibe auf oder hört alte Sachen wie Dire Straits und Pink Floyd. Die Schnittmenge liegt aber bei „alten“ Helden wie Dritte Wahl, Terrorgruppe, WIZO und man höre und staune, die immernoch gern gehörten Broilers.
Ob diese Bands jedoch unseren Stil maßgeblich beeinflussen, wage ich dann doch zu bezweifeln. Wir machen einfach das worauf wir Bock haben. Sei es ein Ska-Stück mit Hawaii-Gitarre oder einen schnelleren Knüppelsong, Hauptsache es geht nach vorne. So gehen wir derzeit auch an die neuen Sachen ran, uns schwirren da Ideen mit Kontrabass, Bläsern und Hammond-Orgel in den Köpfen. Die wollen alle irgendwann mal raus.

7) Ah ja, das hört sich ja spannend an. Ich muss jetzt aber keine Angst haben, dass ihr in solche Gefilde abrutscht wie die erwähnten Broilers. Kreativität in allen Ehren, aber bitte keine Veränderung bis zur Unkenntlichkeit!
Da brauchst du sicher keine Angst haben. Es gibt bei uns immer so 1-2 Songs in denen wir uns ein wenig ausprobieren, aber Punkrock ist und wird immer das Grundgerüst bleiben. Wenn es nach mir ginge, dann könnten ein paar der neuen Lieder nach dem Prinzip „Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Refrain“ werden… Punkrock ohne Schnickschnack, aber ich kann schlecht sagen, dass es im Endeffekt so sein wird.

8) Wie du oben bereits geschrieben hast, erschien euer Debutalbum 2009 in Eigenregie. War das so geplant, oder wollte euch kein Label haben, was ich persönlich bei eurem musikalischen Potential bedauerlich finde. Gibt’s denn einen Favouriten, bei dem Ihr gerne veröffentlichen würdet?
Also wir haben schon einige (für uns interessante) Labels angeschrieben, wovon, wenn ich mich recht erinnere, vielleicht 2 überhaupt geantwortet haben. Leider schade, denn wir waren mit unserer Arbeit im Endeffekt doch ziemlich zufrieden. Bevor das Album im Kasten war, hatten wir mal eine Anfrage von einem ominösen Label, der uns einen Vertrag anbieten wollte. Dieser Vertrag war aber voll mit Knebelparagraphen, Rechte-Abtretung und und und… Da haben wir dann schnell die Finger davon gelassen.
Wir wollen jetzt aber auch nicht auf Zwang bei einem Label landen, wo wir im Schatten von „großen“ Bands unser Dasein fristen, uns an Richtlinien und Verkaufszahlen halten müssen und so weiter. Da machen wir es lieber selbst, haben eine Heidenarbeit, aber auch einen Heidenspaß und wissen, dass diese Platte von Anfang bis Ende aus unserer Feder stammt. Sicher wäre eine Plattenfirma vom Vorteil, vielleicht klappt es mit der zweiten Scheibe…
Favoriten, nunja… Ich würde, wie schon gesagt, einen kleineren, überschaubaren Betrieb bevorzugen, bei dem wir nicht Veröffentlichung XYZ sind, sondern wo sich gekümmert wird. Eine „familiäre“ Atmosphäre wäre mir auf jeden Fall lieb – es muss auch menschlich stimmen.

9) Um mal beim Album zu bleiben. In welcher Auflage ist es erschienen, ist es noch käuflich zu erwerben und was kann der kauffreudige Musikfreund erwarten? (Stichworte seien Titelanzahl, Aufmachung wie z.B. Booklet mit Texten)
Die Erstauflage war von uns und Freunden handgebrannt, mit zweiseitigem Cover/Einschub im selbstbeschrifteten Papierschuber. Wie früher die LP’s kleinerer Bands. Davon gab es hundert Stück, die mittlerweile vergriffen sind. 12 Songs, 33 Minuten Spielzeit. Trotz der geringen Auflage und der überschaubaren Weiterverbreitung war die Scheibe Ruck-Zuck auf den beliebten Downloadportalen zu finden, aber davor ist heute wohl niemand geweiht.
Nun erscheint Ende Oktober quasi die erste richtige Auflage, im Digipack mit professionellem Coverdesign und handnummeriert, wiederum in einer Auflage von 100 Stück. Dafür hab ich in letzter Zeit oft Nächte durchgearbeitet, weil das Layout komplett aus meiner Feder stammt. Noch halten wir die Dinger nicht in den Händen, aber wir freuen uns jetzt schon darauf, wie als Kinder auf Weihnachten.

10) Mit „In Dieser Zeit“ habt ihr ja in alter Punktradition einen schönen gesellschaftskritischen Text geschrieben, der die gegenwärtigen Missstände (Duckmäusertum, fehlende Persönlichkeit etc.). Leider bleiben davon auch „Subkulturen“ nicht davon verschont. Seht ihr das ähnlich und glaubt ihr, dass der für dumm verkaufte deutsche Michel sich jemals massenhaft gegen „die da oben“ auflehnen wird? Gerade momentan wird uns ja vorgegaukelt, dass es auf dem Arbeitsmarkt ja so gut aussieht wie seit 20 Jahren nicht mehr.
An diesem Wochenende war ja in Berlin die Anti-Atomkraft-Demo (laut Presse) mit bis zu 250.000 Beteiligten. Also denke ich schon, dass eine ziemliche Menge Leute sich nicht mehr länger für dumm verkaufen lassen möchte. Leider scheint es aber viel zu vielen Menschen noch viel zu gut zu gehen, denn es werden kurz vor der WM Sparpakete beschlossen, die einen großen Teil der Bevölkerung massiv in Bedrängnis bringen, aber deren Kritik in dem Moment mit Fanschal, Bratwurst und Bier im Keim erstickt wird. Sowas kotzt uns an, aber in der Situation waren TonSteineScherben schon vor etlichen Jahren und auch Generationen nach uns werden daran zu knabbern haben, deswegen sind solche Themen irgendwie immer aktuell.
Und auch grade in der Subkultur wird es für viele Menschen immer enger. Jugendzentren werden geschlossen und abgerissen, an deren Stelle dann ein paar Monate später das 1.000 Einkaufszentrum steht, aber das scheint niemanden so wirklich zu interessieren.

11) Und um mal bei dem Song zu bleiben: Ihr singt ja, dass man sich heutzutage „online“ trifft. Das trifft ja leider auch auf die Punk- und Skinszene zu. Es scheint tausende Leute zu geben, nur viele Konzerte sind mäßig bis schlecht besucht. Eure Meinung dazu?
Mir scheint, das Internet wird immer und immer mehr Mittelpunkt der Szeneaktivitäten. Das sieht jeder an der (immer noch) aktuellen „Grauzonendebatte“ rund um den Oire Szene-Blog, bei dem sich beide Seiten der Beteiligten nicht mit Ruhm bekleckert haben. Auch früher gab es Kritik an einzelnen Bands, die erschien dann in Fanzines, die Bands haben es mitbekommen oder eben nicht, sich dafür interessiert oder eben nicht und die Menschen haben es gelesen und ihre Schlüsse daraus gezogen. Heutzutage erreichen jedoch solche Blogs eine ungekannte Aufmerksamkeit. Während Fanzines früher glücklich waren, wenn sie 1.000 Exemplare vierteljährlich unter die Leute brachten, bekommen Internetseiten tausende Klicks täglich. Damit wird dann natürlich anders umgegangen, es könnte den Bands immernoch egal sein, was über sie geschrieben wird, doch über die breite Öffentlichkeit geraten die Bands oft in Zugzwang.
Es ist tragisch, dass es überhaupt „nötig“ ist, solch einen Blog ins Leben zu rufen. Ich erinnere mich an Zeiten, wo es selbstverständlich war Stellung gegen rechts zu beziehen, doch heute gibt es sehr viele Bands mit Wischi-Waschi-Images. Mit der Idee des „Apolitischen“ kann ich sehr gut leben, aber gegen Rassismus und solche Abarten zu sein, ist für mich trotzdem selbstverständlich. Aber ich merke schon, dass ich abschweife.
Den Grund für die geringen Besucherzahlen sehe ich darin, dass sich viele Leute „zu fein“ sind, ein paar Kilometer für ein gutes Konzert zu fahren, so zumindest mein Gefühl. Es GIBT tausende Leute, aber die sparen lieber das Geld für ein gutes Outfit und 1-2 große Festivals im Jahr, wo sich sowieso alle „relevanten“ Bands tummeln und verzichten eben auf kleine Konzerte. Das macht es Nachwuchsbands extrem schwierig. Die Leute wollen eben kein Geld mehr für Musik bezahlen. Wie schon gesagt bekommste im Internet alles an jeder Ecke für lau, da hörste dir die Band an und machst dir dein Bild, was du dir sonst aufm Konzert gemacht hättest. Ich persönlich bin jedoch Fan von kleinen, stickigen Konzertschuppen, wo 2 Bands für ne handvoll Euro spielen.

12) Kommen wir zum Titel „Way Of Life“, bei dem ihr die Einigkeit von Skins und Punks beschwört (wovon ich persönlich nicht soviel halte). Klappt das denn in eurem Umfeld und fühlt ihr euch einer der Szenen zugehörig oder bezieht sich das „Way Of Life“ auf das recht breit gefächerte Genre „Punkrock“?
 Ich würde mich/uns klar als „Punkrocker“ definieren, alles andere wäre mir ein viel zu eng geschnürtes Korsett. In unserem Umfeld klappt das sehr gut, denn es gibt nunmal nicht viele Menschen, mit denen du deinen Musikgeschmack teilst, das sind dann Skins, Punks, Hardcorekids und und und… Darauf ist das Lied eben bezogen, auf unseren Wirkungskreis, unser Erlebtes. Nur zusammen kann man hier dem grauen Alltag etwas entgegensetzen.
Den Text würde ich mittlerweile aber nicht noch einmal so schreiben, denn ich merke, dass das mit dem „Unity-Ding“ gar nicht so einfach hinhaut, muss es aber auch nicht. Ich bin kein Fan von Schubladen, aber Skinheads sind nunmal (im Idealfall!) keine Punker mit Haaren, haben einen eigenen Lebensstil, eigene Wurzeln und so weiter, das sollte respektiert werden. Jedoch sollte es nicht so weit kommen, dass irgendwann keine Punks mehr auf Skinheadkonzerten geduldet werden und umgekehrt. Bei uns ist jeder willkommen, solange er keine Faschoscheiße im Kopf hat, ob nun Punk, Skin oder Normalo.

13) Kommen wir noch mal auf Mecklenburg-Vorpommern zu sprechen: Mit „Baltic Rock’n’Roll“ habt ihr ja eine „Ode“ an die Heimat verfasst. Was macht MV aus eurer Sicht so lebens- und lobenswert, was stört euch und wie ist eure Prognose für das Land, dass in fast allen Statistiken, meist im Wechsel mit Sachsen-Anhalt, die „Rote Laterne“ trägt.
In erster Linie haben wir hier unsere Freunde, Freundinnen und unsere Familie. In zweiter Linie Erinnerungen/Erlebnisse und natürlich die Ostsee, die Städte sind nicht zu groß und die Mentalität der Leute gefällt mir. Ich lebe gerne hier, denn ich bin absolut kein Fan von Bergen und solchem Kram. Wenn jedoch jemand anderes seine Umgebung geiler findet, dann find ich das auch in Ordnung, haben wir hier weniger, was wir teilen müssen. Haha!
Natürlich ist auch hier nicht alles Gold was glänzt, viele Menschen sind verunsichert hierher zu kommen, aus Angst vor Übergriffen auf sie. Ganz unbegründet ist es nicht, denn in Statistiken zu rechter Gewalt sind wir ausnahmsweise recht weit vorne mit dabei. Zum Beispiel wurde vor mittlerweile 10 Jahren in Greifswald ein Obdachloser von Neonazis zu Tode geprügelt, all das wollen und dürfen wir bei der Lobhudelei nicht ausblenden.
Manchmal kommt es einem so vor, dass in MV die Zeit ein wenig stehen geblieben ist, viele leben für sich, gehen ihrer Arbeit nach und sehen alles andere als Störfaktor. Da ist es natürlich ein schwieriges Herantasten an Themen wie Integration usw.

14) Auch der einstmals glorreiche F.C. Hansa Rohrstock, ähm Rostock (letzter NOFV-Meister und Pokalsieger) wird erwähnt, der ja mittlerweile mit passabler Platzierung sein Dasein in Liga 3 fristet. Glaubt ihr, dass der direkte Wiederaufstieg in Liga 2 gelingen wird und ist das einstmals rechtslastige und gewaltbereite Image aus eurer Sicht heute noch aktuell bzw. gerechtfertigt. Ich selbst bin vom Fan zum Sympathisanten abgestiegen und habe diesbezüglich nicht mehr den Überblick.
Während ich diese Zeilen tippe führen wir die Tabelle der 3. Liga dank besserer Tordifferenz an. Aus sportlicher Sicht also nix zu meckern. Ich glaube fest an den sofortigen Wiederaufstieg und auf ein Wiedersehen mit dem FC St. Pauli, der ja nur im Mittelfeld herumdümpelt.
Auch in der Fanszene tut sich einiges. Seit dieser Saison gibt es eine neue Fangruppe mit dem Namen „Unique Rebels“, eine kleine Gruppe aus alternativen Fans, die sich gegen jede Diskriminierung ausspricht, ob nun im Stadion oder ausserhalb. Ein klares Zeichen also gegen rechte Bestrebungen. Aber auch hier sieht man alleine daran, dass es eine solche Gruppe gibt/geben muss, dass dies schon aktuelle Themen/Probleme im Ostseestadion darstellt.

15) So, dass war’s zunächst von mir. Wollt ihr noch was loswerden?
Erstmal danke für das Interview, hat wirklich Spaß gemacht die Fragen zu beantworten, das sieht man auch an der Ausführlichkeit, denke ich. Würd mich freuen, den Einen oder die Andere auf einem Konzert von uns zu treffen. Nächstes Jahr werden wir 5 Jahre alt, das wollen wir gebührend feiern, die Planungen laufen auf Hochtouren. Bis dahin…

STAY REBEL! Archi // September 2010

Schwedt-Edge

Pro:
- ne Stunde vor Abfahrt in fremden Proberäumen proben
- dem Lärm folgen um den Konzertort zu finden
- supernette Veranstalter
- coole Show von Lord James sehen
- nix da mit „DieLinke“-Wahlveranstaltung
- trotzdem zusammen gegen Nazis feiern

Contra:
- ohne Mob fahren
- Industriegbiete, die größer sind als Städte selbst, machen Angst
- Open-Air bei sibirischen Temperaturen
- Bühnensound (wird aber überbewertet)
- Tankstellen, die kein Bum-Bum haben!

Happytime

Molmke, ein Ort, der ohne Navigationsgerät nicht gefunden werden kann, wo Punkbands noch in Scheunen spielen und wo einem, wenn man alleine unterwegs ist, noch von 3 Autonomen Dorf-Nationalisten aufgelauert wird (kein Witz), die man vorher aufgrund von Thor Steinar Jacken des Konzertes verwiesen hat.
Abgesehen davon, ist es immer eine Reise wert, wenn mal wieder Scheunenfete angesagt ist. Mittags noch bei Hansa gewesen und den ersten Sieg in Liga 3 gefeiert, machten wir uns auf nach Molmke. Dort angekommen wurde mit der örtlichen Metalcore-Band und der Band Kasa aus Hannover noch schnell die Running-Order mithilfe von Streichhölzern ausgelost und los gings. Wir waren als zweites dran, das war gut für uns, vorher noch ein wenig entspannen und hinterher noch ein wenig das Freigetränkekontingent ausnutzen.
Die erste Band hat so richtig keinen vom Hocker gerissen, jedoch fielen dort schon die eingangs erwähnten Herren ins Auge, die mit fragwürdigen Buttons und Klamotten auf sich aufmerksam machten. Auch auf Nachfrage konnte niemand bestätigen, wer die sind und was die hier wollen und bis heute weiß ich nicht, ob sie einfach ein wenig „Spaß“ wollten, „verdeckt“ ermittelt haben (dann lasse ich aber meine TS-Sachen im Schrank) oder einfach nur dumm waren. Wir klar gemacht, dass wir vor solchen Leuten nicht spielen, sie waren verschwunden und es konnte losgehen. Es hat ein wenig gedauert bis die Menschen vor der Bühne warm wurden, aber dann legten sie den weltberühmten „Molmker Blutpogo“ aufs Parkett und von da an war alles zu spät: umherfliegende Soundanlagen, ladenneue Gitarren die danach reparaturwürdig waren und und und… Es blieb kein Auge trocken.
Danach noch Kasa abgefeiert (während deren Show die Fäuste wie wild flogen, das war also mit dem „Diesdorfer Bretterknaller gemeint. HAHA!) und um halb 6 waren wir dann auch wieder in heimischen Gefilden.