NACHTSCHATTEN (2016)

Broken Silence
Ende 2005 in Wismar gegründet, hat sich das Quartett mit nimmermüden Liveaktivitäten und den beiden auf dem eigenen Label RIOTKIDS veröffentlichten Alben „Sturmwarnung“ (2009) und „Schnauze Voll“ (2012) einen mehr als guten Ruf erspielt. Der polizeigewaltkritische Song „1312 (Hass Wie Noch Nie)“ verschaffte der Band sogar, obwohl aus Mecklenburg-Vorpommern, einen Gastauftritt im Brandenburger Verfassungsschutzbericht. Inzwischen in Leipzig ansässig, präsentierten sie jetzt nach vier Jahren mit „Nachtschatten“ endlich elf neue Songs, die einer Neuerfindung gleichkommen. Transparent modern und scharf produziert, erinnert das Material einerseits fast an Kollegen wie PASCOW oder LOVE A, hat mit seinen melodischen und kneipentauglichen Mitsing-Hooks aber auch ein Faible für Streetpunk-Feeling á la mittlere BROILERS oder FEINE SAHNE FISCHFILET oder sogar Glampunk-Schlagseite im Sinne von THE REVOLVERS. Abwechslungsreicher deutschsprachiger Punkrock, der es nicht verlernt hat, mit der Faust auf den Tisch zu hauen, textlich angenehm klischeefrei zwischen Politik, Zwischenmenschlichem und bejahender Lebensfreude verortet. Wesentlich vielseitiger und experimentierfreudiger als auf den Vorgängern liefern AUF BEWÄHRUNG dennoch vor allem packende, mitreißende Punkrock-Hymnen ab, wie man sie in solcher Klasse lange nicht mehr „von der Basis“ vernommen hat. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn es mit dieser Band jetzt nicht spürbar bergauf geht. CD im wunderschön gestalteten Digipack mit 8-seitigem 4c-Booklet, LP mit Inside-Out-Cover, 4c-Poster, 4c-Textinlay und Downloadcode. Punkrock-Tipp!

Underdog Fanzine
AUF BEWÄHRUNG haben hart an diesem Album gearbeitet. Das Ergebnis hat sich gelohnt. Der Arbeitsprozess ist zugleich auch eine Weiterentwicklung. Den Instrumenten wird deutlich mehr Platz eingeräumt, die Melodien werden getragen von einem neuen, frischen Sound, der rockt und im Speziellen mehr Tiefgang besitzt.
Mitverantwortlich sind ausgefeilte Kompositionen, die sich entfernen vom rüpelhaften Straßenjargon und „Scheiß-Bullen/Nazis/Staat“-Lyrik. Anstelle dessen sind die gereiften Inhalte auch ein praktischer Leitfaden, der die Karten offen auf den Tisch legt. Keine Tricks. Reflektiert und nachdenklich. AUF BEWÄHRUNG geben immer noch jede Zurückhaltung auf, auch weil die meisten Songs eine Ernsthaftigkeit mit sich bringen.
„Es macht mir Angst“ ist ein deutliches Statement gegen falsche Betroffenheit und nationalem Taumel. Opposition und Widerstand, offensiv und persönlich. Alles drin, alles möglich. Und dann gibt es Songs wie „Für den Moment“, die einfach gut sind, die Solidarität und Freundschaft zum Ausdruck bringen, die mitreißen und aufbauen. Es geht uns gut. Nicht nur Jammern und beklagen, auch mal Spaß am und im Leben haben. Geradlinig, straight und abwechslungsreich. Die Welt muss nicht mehr verändert werden, es reicht der Welt zu zeigen, wer du bist! „Nachtschatten“ skizziert trotz gesellschaftskritischen Ansätzen ein sehr persönliches Bild, das ohne Jammern den Weg zu mehr Glück und Zufriedenheit aufzeigt. Dafür musst du aber auch bereit sein, dich selbst zu ändern und das bisherige Leben mit Leben füllen. AUF BEWÄHRUNG haben das getan und erinnern an soziale Werte wie Respekt, Toleranz und Selbstverwirklichung. Und es ist gut zu wissen, dass AUF BEWÄHRUNG im Zuge des Reifungsprozesses dabei konstruktiv und kreativ den Zusammenhalt stärken, den sie durch ihre Erfahrung bestmöglich fördern. underdog

ZURÜCK AUF START (2014)

Pick-Predator
Nach “Sturmwarnung” und “Schnauze voll” meldete sich die Band Auf Bewährung nun mit neuem Stuff auf die Ohren zurück. Am 25.04.2014 veröffentlichten die Punkrocker zunächst digital, nun auch, nach produktionsbedingter Verzögerung (da DIY Projekt), ihre neue 4-Track-EP >>Zurück auf Start< <, ganz stilvoll als 7″ Vinyl unter dem eigenen Label “Riotkids Records”.
Die Platte erreichte mich in einer Pizzaverpackung zusammen mit einem Beschreibungszettel, aus dem ich zitieren möchte: “Texte, die persönlicher kaum sein könnten – Songs mit Ohrwurm-Charakter, die durchdachter, professioneller und erwachsener wirken, als alles, was die Band zuvor produziert hat.” dieser Auszug passt wie die Faust aufs Auge. Mit gewohnt kratziger, markanter Stimme vertont Sänger Archi die Songtexte, welche im Gegensatz zu älteren Songs vielleicht weniger aggressiv sind, jedoch inhaltlich nicht an Tiefe verloren haben.
Der Song, welcher der EP seinen Namen verleiht, “Zurück Auf Start”, ist zugleich der erste Song der Platte, und die Wahl hätte treffender nicht sein können. Mit einer eingängigen Melodie wird von einer zerbrochenen Beziehung, dem Versuch eines Neustarts, gesungen. Bereits der erste Song besitzt das Potenzial, ein Ohrwurm zu werden, bei mir stellte sich dieser schon nach kurzer Zeit ein.
Der zweite Song, “Nur ein Hit entfernt”, beginnt mit einem Intro, welches sehr viel poplastiger daher kommt, an die amerikanischen Pop-Punkgrößen blink-182 erinnert. Im Refrain die bandtypischen Mitgröhlzeilen, wie auch schon von älteren Songs wie “Pfeffi muss mit” bekannt.
Danach folgt “Bleib, wo du bist!”, mein absoluter Favorit der Platte. “Trenne dich von Dingen, die dir nicht gut tun.”- so oder so ähnlich lautet wohlmöglich die Grundaussage des Songs. Bei diesem Titel passt einfach alles zusammen und harmoniert perfekt. Definitiv ein Song, den ich bald live hören möchte (und mittlerweile auch konnte!).
Last but not least ist der Titel “‘Ne Buddel voll Ru(h)m”, dieser kommt enspannter daher und setzt auf Text in der Strophe und spart sich diesen im Refrain, welcher lediglich instrumental ist.
Wenn der letzte Ton verklingt, bekommt man definitiv Bock auf mehr. Zusammenfassend finde ich die EP wirklich gelungen, umso öfter man sich die Platte anhört, desto mehr bekommt man Lust, die Band live zu erleben. Die Veränderung, welche die Band durchmachte, war ganz klar eine positive Weiterentwicklung und ich bin gespannt, was Auf Bewährung als nächstes raushauen. (PP)

Musikreviews.de
Nach zwei Alben legen die norddeutschen Antifaschischten AUF BEWÄHRUNG eine Vier-Track-EP mit dem Titel „Zurück auf Start“ vor. Der Titel bezieht sich dabei nicht nur auf das Beziehungsthema im Titeltrack, sondern soll auch eine Art musikalischer Neubeginn für die Band darstellen. Dementsprechend hat man sich vom reinen Schrammeldeutschpunk in eine etwas rockigere Richtung entwickelt. Man ist also erwachsener geworden und die vier Songs kommen ohne politische Messages aus. Die Melodien sind dabei oft ein bisschen wehmütig ausgefallen, „‚Ne Buddel voll Ru(h)m“ kommt zudem mit maritimen Anklängen daher. Die musikalische Reife findet jedoch im Gesang ihre Grenzen, denn der müsste noch ein bisschen weniger „deutschpunkig“, geschmeidiger und melodischer werden. Der Anfang ist aber gemacht und Punkrocker können ruhig mal reinhören. Zudem hat die EP ein schönes Artwork, das zur etwas schwermütigen Ausrichtung passt. (
Andreas Schulz)

Punkrock! Fanzine
Die Neuaufnahmen nach 2 Jahren vielen Herumtourens gehen einen neu eingeschlagenen Weg, der etwas von den Deutschpunkwurzeln wegführt, diese aber nicht gänzlich knickt. Vielmehr fügt das Quartett etwas mehr Melodie bei, was den Songs ebenso gut tut, wie der satt-glatte Sound, der trotzdem nicht aufgesetzt wirkt. Die deutschsprachigen Lieder behandeln auf beiden Seiten je zweimal das Thema Beziehungsstress und zum anderen, wie es ist, seinen eigenen Weg zu gehen. Insgesamt passiert das viermal, ohne dabei in Plattitüden abzudriften oder zu verkopft zu wirken. Es sind einfache, ehrliche Songs, einer Band, die neue Wege gehen möchte und diese mit der vorliegenden 7-Inch ankündigen. Bocky

Blueprint Fanzine
Mit „Schnauze voll!“ haben AUF BEWÄHRUNG vor zwei Jahren ein solides Deutschpunk-Album rausgebracht, das zwar spielerisch nicht perfekt war, aber trotzdem für ein kurzweiliges Hörvergnügen gesorgt hat. Nun folgt der Nachschlag in Form einer Vinyl-EP, die von einer klaren Weiterentwicklung der Band zeugt. Die vier Songs auf „Zurück auf Start“ sind ausgefeilter und vor allem hymnenhafter als das vorherige Material und erinnern mit ihren Singalongs und der souveränen Gitarrenarbeit mehr an melodischen Streetpunk als an typischen Jugendzentren-Deutschpunk. Allen voran die beiden Stücke „Nur ein Hit entfernt“ und „Bleib, wo Du bist!“ hauen mich ziemlich um und rotieren nun schon den halben Abend lang in Endlosschleife auf meinem Plattenteller. Insgesamt also ne saucoole Scheibe, zumal auch die Aufmachung ein echter Hingucker ist. (bc)

Nightshade
Mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass ich auf Auf Bewährung aufmerksam wurde, und zwar durch ihr erfrischendes Album Schnauze voll!. Bis heute bin ich den Jungs dankbar dafür, dass Sie mir einmal mehr gezeigt haben: Der Nachwuchs im Deutschpunk stirbt zum Glück nie aus! Auf Bewährung fabrizieren nämlich ebensolchen, ohne Schnörkel, geradlinig und mit viel Dampf im Arsch. Knackige Texte und markante Mitgröhl-Refrains gehören zum Gesamtpaket dazu, ebenso wie politisch sinnvolle Statements.
Nun ist mir zwischenzeitlich die neue Single der Punkrocker ins Haus geflattert. Diese wurde nach ihrem Titeltrack Zurück auf Start gekauft, ist seit April erhältlich, gibt es als digitalen Download (auch Punks nutzen moderne Medien), sowie als schicke, limitierte Vinyl-Ausgabe (ein bisschen Retro-Spaß muss sein!). Pro Single-Seite sind zwei Songs enthalten, also darf man sich über vier neue Pogo-Hymnen freuen.
Zurück auf Start als Song ist dabei überraschenderweise weder eine politische Parole, noch ein Sauflied oder was Dummbatzen sonst an Klischees in Punk hinein interpretieren. Nein, vielmehr handelt es sich um einen kraftvollen und nachdenklichen Song über eine Trennung, der aber keineswegs auf Selbstmitleid hinaus läuft. Auch die restlichen Titel sind textlich tiefgründig und lassen einen gewissen Interpretationsspielraum – Musikalisch sind sie allesamt im Mid- bis Uptempo gehalten.
Mal wieder die Phrase von der „musikalischen Reife“ auszupacken schmerzt mich ein wenig. Vermeiden kann ich es aber in diesem Fall nicht, denn wenn ich die neue Single anhöre und dann mit dem 2012er Album Schnauze voll! vergleiche, klingt es ein wenig, als wären Auf Bewährung deutlich „erwachsener“ geworden. Ein Ticken mehr Professionalität hier, etwas mehr Homogenität da, eine hochwertige Soundproduktion dort… Und schon wird aus einer wilden, etwas ungestümen Punktruppe eine Band, die sich ihre Seele und ihr Herz bewahrt hat, dabei aber nicht auf der Stelle stehen geblieben ist. Chapeau! Mehr davon! Otti

Crazy United
AUF BEWÄHRUNG sind eine von diesen Punkbands, die ich bisher leider nie wirklich ernst genommen habe. Der Grund ist relativ einfach, denn eine Vielzahl der neuen deutschen Punkbands sind mir zu unspektakulär und die x-te Kopie alter Helden. Für die nachwachsende Deutschpunkgeneration mag das genau das Richtige sein, aber meine Jugend war eben gestern und genauso meine persönlichen Helden. Allerdings muss ich meine Meinung, zumindest in Bezug auf AUF BEWÄHRUNG, revidieren. Mit dieser Single ist den Jungs eine Platte gelungen, die mir richtig gut gefällt. Das Erste was mir positiv auffällt, ist der mehr als gelungene Sound. Im Studio bzw. beim Mischen wurde ganze Arbeit geleistet, denn die saubere Produktion lässt eine gewisse dreckige Note sowie ordentlich Druck nicht vermissen. Vom rumpelnden dünnen Sound mancher derzeitiger Kollegen sind sie meilenweit entfernt. Jeder Cent, der hier in die Aufnahmen gesteckt wurde, hat sich gelohnt. Weiterhin fällt die Optik der Single aus dem Rahmen und hebt sich ebenso von der grauen Masse ab. Auch hier merkt man die Mühe und Arbeit die in die Gestaltung des Covers gesteckt wurde. Die Zeit und die Liebe sieht man hier sofort. Wer sich „Zurück auf Start“ als Download zulegt ist selber schuld, denn ein Bildschirm kann die düstere bedrückende Stimmung sicher nicht einfangen. Das Motiv einer Person im Dunkel am stürmenden Meer fängt die Einsamkeit perfekt ein, die sicher jeder schon mal erlebt hat. Überflüssig zu erwähnen, dass man bei so einer Scheibe keine 08/15 Texte erwarten braucht. Auch bei den Lyrics hat man sich Gedanken gemacht und nicht das Erstbeste zu Papier gebracht. Sehr persönlich, in einem kämpferischen Unterton gehalten, lassen die vier Songs tief blicken, aber auch den nötigen Spielraum für die eigene Fantasie. Diese Jungs sind definitiv erwachsen und wissen sich auszudrücken. Was die Qualität der einzelnen Tracks angeht, brauchen AUF BEWÄHRUNG den Vergleich auf jeden Fall nicht zu scheuen. Vier echt gute Titel sind ihnen gelungen, bei denen nur manchmal bei der Melodie das letzte kleine bisschen fehlt. Je öfter man sich die EP aber anhört, fällt das kaum noch auf. Dass die Wurzeln der Band klar im deutschen Punkrock liegen, lässt sich nicht verheimlichen und das will man auch nicht. Allerdings liebäugelt man immer öfter mit poppigeren Zeitgenossen und erschafft eingängige Ohrwürmer. „‘Ne Budel voll Ru(h)m“ kommt sogar ganz ohne textlichen Refrain aus und ist für mich trotzdem eine der stärksten Nummern. Von mir kann es hier nur eine klare Kaufempfehlung geben. Die 500 blauen Vinyleinheiten werden sicher schnell ihre Käufer finden, also ranhalten. Note: 2+ East Side Daniel

Trashrock-Mag
Auf Bewährung haben es im vergangenen Jahr zu einer gewissen, unfreiwilligen Berühmtheit gebracht. Sie wurden im Verfassungsschutzbericht von Brandenburg wegen ihres Songs „1312 (Hass wie noch nie)“ erwähnt. Verstehen kann das niemand mit Verstand, was dann auch einiges über die Denkweise und wohl auch die Intelligenz mancher brandenburgischer Verfassungsschützer aussagt. Doch so schlimm für die einzelnen Bandmitglieder die Erwähnung im Verfassungsschutzbericht persönlich vielleicht sein mag, der Bekanntheit von Auf Bewährung hat sie genützt. Ich zum Beispiel hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie von der Band gehört. Und so dürfte es sicher auch einigen Menschen mehr gegangen sein.
Jetzt melden sich Auf Bewährung mit ihrer neuen Single “Zurück auf Start” zurück. Und der Titel scheint Programm zu sein. Denn ungestümen, parolenhaften Deutschpunk sucht man hier vergebens. Die Texte sind deutlich persönlicher, verzichten auf ausgelutschte Parolen und gängige Klischees. Die Sturm-und-Drang-Phase scheint bei den vier Jungs fürs erste vorbei zu sein.
Diese Nachdenklichkeit äußert sich auch in der Musik. Die bewegt sich im Midtempo und hat eine ordentliche Rockkante. Trotzdem haben die vier Lieder ordentliches Ohrwurmpotenzial, was zumeist an den hymnischen Refrains liegt. Im Bandinfo werden nicht ohne Grund Gaslight Anthem und die Broilers als Einfluss genannt. Ich würde auch noch ZSK mit ins Rennen werfen. Auf jeden Fall eine schöne Scheibe mit vier guten Songs, die auch Leuten gefallen werden, die sonst bei dem Wort Deutschpunk die Nase rümpfen. Es würde mich nicht wundern, wenn wir von Auf Bewährung künftig noch viel mehr hören werden. Falk Fatal

Ugly Punk
Zurück auf Start – das klingt nach Neuanfang. Obwohl, Neuanfang, das klingt wiederrum als würde der Weg von AUF BEWÄHRUNG komplett von vorne beginnen, was ja auch nicht zutreffend wäre. Einigen wir uns darauf, dass die Band nicht unbedingt dort anknüpft, wo sie mit ihrem Vorgänger aufgehört hat und vielmehr versucht, neue Wege zu beschreiten.
Die Wut im Bauch ist sicherlich nicht gewichen, wird aber über andere Wege und nicht mehr durch Parolen nach außen getragen. Im textlichen Vordergrund steht Persönliches – Enttäuschung/Trennung hielt Einzug und wurde aufgearbeitet und verarbeitet. Passend dazu werden die Zeilen von einigen leicht melancholischen Melodien getragen. Hört sich natürlich immer noch nach AUF BEWÄHRUNG an, aber eine Weiterentwicklung ist nicht von der Hand zu weisen.
4 neue Punkrocksongs mit Pop gewürzt, die sich hören lassen können. “Nur ein Hit entfernt“ hat sich nach einigen Durchläufen als Hit der Platte durchgesetzt. Die Aufmachung ist ebenfalls chic, auch wenn der Schriftzug der EP auf den ersten Blick an FSF erinnert ;- ) Schön düster in dunkelblau gehalten, Vinylfarbe in etwas hellerem blau, passt. Spike

Plastic Bomb
Wenn ich mich richtig erinnere hab ich mal eine CD von AUF BEWÄHRUNG sehr gut besprochen. Die Single der Band aus Mecklenburg-Vorpommern ist auch nicht übel. Ich hab den Eindruck die BROILERS haben hier starke Spuren hinterlassen. Zumindest sind die textlichen Formulierungen und der Pathos verbindend. Ansonsten setzten AUF BEWÄHRUNG auf melancholischen, melodischen Punkrock in gedrosseltem Tempo. Es wird verstärkt Wert auf Ohrwürmer gelegt. Verstärkt durch Ohohos und Chöre. Man erkennt auf jeden Fall eine Entwicklung bei der Bande. Auch die Soundquali und das Artwork passen. Ist alles stimmig. Professionalität hält Einzug. 4 Songs haben es auf die EP geschafft.. „Zurück auf Start“, „Nur ein Hit entfernt“, „Bleib, wo du bist“ und „`ne Buddel voll Ru(h)m“. Das Vinyl ist blau und auf 500 Stück limitiert. Ein MP3-Code liegt ebenfalls bei. Micha

Underdog Fanzine
Tja, vorbei die Zeiten, in denen Archi, Maddin, Henner und Schmedder die Schnauze voll haben, sich auskotzen und problemorientiert arbeiten. Nun geht es zurück auf Start, haken ab, was hinter ihnen liegt und nutzen ihre freigewordenen Ressourcen für eine persönliche Reflexion, die schmerzhafte Erinnerungen aufarbeitet und eine Trotzhaltung suggeriert, die eine Hurra-Stimmung verweigert und viel Platz und Raum für ausgeschmückte Melodiebögen und vielseitige Strukturen lässt, ohne jemals die Linie zu verlieren. Das empfindungsvolle vielstimmige Klangbild spiegelt die Gefühlswelt wider und benötigt kein „Fuck the system“ denn mehr die Bereitschaft eine zyklisch-analytische Perspektive aufzuzeigen, in der es keinen klaren Kurs gibt, weil es wichtiger ist, dass du cool, scheiße und bereit bist, für alles, was noch vor dir liegt. Yep, ich komme mit! underdog

SCHNAUZE VOLL! (2012)

Moloko Plus
Hier ist also das zweite Album von „Auf Bewährung“ aus dem schönen MV – irgendwie ist mir die Besprechung über Wochen und Monate durchgegangen, veröffentlicht wurde das wohl schon 2012 – Asche über mein Haupt, dass ich so lange getrödelt habe – dafür geb ich mir jetzt aber auch besonders viel Mühe … :-)
Also, positiv fällt direkt auf, dass die Band was zu sagen hat und das auch auf den Punkt bringt – kein hippieskes Herumgedruckse, sondern „Nazis aufs Maul“, „Leute wie Du“ – das weiß zu gefallen, bleibt hängen, hebt sich auf jeden Fall von der Masse ab – mit „Sterne bringen“ wird dann auch das Feld der Liebe ernsthaft beackert, fernab von Ironie oder typischer Verflossenlyrik…. Ob’s jedem gefällt? Auf Bewährung ist das egal, musikalisch ziehen sie ihre Bahnen sicher und gekonnt durchs Deutschpunkbecken, haben ein paar coole Melodien in petto und sind – zu meiner Freude – auch relativ fix.
Trotzdem funktioniert das nur die ersten 6 (von insgesamt 12 Songs): da ist richtig Power drin, ein paar nette Samples und gute Ideen, das wirkt recht locker … ab Nr. 7 ist irgendwie die Luft raus, die Songs werden, musikalisch wie textlich, immer berechenbarer und leider auch durchschnittlicher – keine Ahnung, ob da die Ideen ausgegangen sind, aber dadurch fällt der Gesamteindruck.
Nach einem Start im 7 Punkte Bereich fällt man auf 4 in der zweiten Hälfte zurück, Booklet und Cover sind leider auch keine Bonuspunkte wert … Gesamtbewertet gebe ich trotzdem 6, weil ich auf die klaren Statements stehe und die erste Hälfte echt gut ist… Dr. Seltsam

Nightshade
Es gibt ihn noch, den ehrlichen und anarchistischen Deutschpunk, der große Teile meines Lebens geprägt hat! Eine brandneue CD dieses Genres hat mich dieser Tage erreicht, geschaffen von vier Jungs aus Meck-Pomm, die sich straighten, inhaltsreichen und durch und durch durchtriebenen Punk auf die Fahne geschrieben haben. Schnauze voll! heißt die frisch erschienene Scheibe passenderweise, da weiß man ja gleich, was Programm ist!
Auf Bewährung nennt sich die Formation übrigens, die uns dieses Werk vor den Latz haut. Titel und Texte sind deutlich und gehen genau in die Richtung, die ich von guten deutschen Punx erhoffe. „Nazis raus, genügt schon längst nicht mehr…“ heißt es da passenderweise im phrasenreichen Nazi’s aufs Maul, ansonsten gilt auch: Klau dir dein Leben zurück.
Überhaupt finden die vier Norddeutschen klare Worte, die sie in geradlinigen Vollgas-Stücken ausdrücken – Oft politisch-anarchistisch, aber manchmal (wie es sich gehört) auch einfach voller Humor und Augenzwinkern. So erfahren wir, dass Pfeffi bei jeder Wochenend-Partytour dabei ist, und wie nett Nachbarin „Frau S.“ auf Lärmbelästigung reagiert, zugleich aber wehren sich Auf Bewährung ganz klar gegen die Unterwanderung der Punkszene durch „Nazi-Kuschler“ (Hass wie noch nie).
Überhaupt spricht sich die Band gegen übermäßiges und verweichlichtes Toleranz-Denken aus: Natürlich, man ist gegen Faschisten, Sexisten und Rassisten, solche Leute haben Tanzverbot bei Auf Bewährung-Konzerten. Toleranz bedeutet halt, die Grenzen des anderen einzuhalten, ansonsten macht man ruhig sein Ding.
Insgesamt bietet Schnauze voll! nichts überraschend kreativ-neuartiges, aber dafür bin ich auch verdammt dankbar! Deutschland braucht in meinen Augen einfach weiterhin jene antifaschistische Punkkultur, in der auch ich aufgewachsen bin, und die mit Direktheit, Ehrlichkeit und viel pointierter Attitüde einen klaren Pol bietet. Auf Bewährung fahren genau auf dieser Schiene, und das ist geil so! nightshade

Underdogfanzine
Die antifaschistische Band muss aufpassen, ihre Bewährung nicht aufs Spiel zu setzen. Denn so eindeutig, laut und wütend wie die Inhalte in die Gegend posaunt werden, mag es nicht nur direkte NachbarInnen erschrecken, Nazis aufscheuchen und Wendehälse verdrehen, sondern den Bewährungshelfer in die Flucht zu schlagen. Hier wird raus geschrien und auf den Punkt gebracht, was nötig ist, um das Land zu befreien. Unmissverständlich kriegt jedeR sein/ihr Fett, der/die nicht bis Zehn aus dem Freiraum, dem Konzertort, der Grauzone verschwunden ist, sonst nehmen es Archi, Maddin, Marv und Schmedder selbst in die Hand und jagt das unerwünschte Pack hinaus. Punk ist nicht brav genug, der Tank ist voll Sprit und so lange es keine soziale Revolution gibt, singt das Quartett ihre Lieder immer wieder. Rau und manchmal sehr ungehobelt punkrocken AUF BEWÄHRUNG durch die Dialektik der Unordnung, die bei Gelegenheit auch so etwas wie urbane Romantik aufbringt. Beieinander, Miteinader, Füreinander. Wer so viel kämpft, der darf sich auch mal in den Armen liegen, Weinen und Lachen. Diese verstörende Sehnsucht nach Frieden und Harmonie ist zum Glück nur von kurzer Dauer, schließlich lauert ein denkender, atmender Feind, der nur darauf wartet, den Plan zu sabotieren und Schwachstellen auszunutzen. Doch AUF BEWÄHRUNG haben keine Furcht und haben ein hohes Selbstwertgefühl und Potential, von einem besseren Leben zu träumen und zu warten, bis alles besser wird. Dafür tun sie auch einiges. Denn draußen auf der Straße weht ein anderer Wind als in der behüteten Kinderwelt. underdog-fanzine

Nameless-Fanzine
„Schnauze voll! ist eine logische Weiterentwicklung für die Band und zeigt, wie deutschsprachiger Punkrock 2012 klingen muss.“
Mit diesem Satz endet das Informationsschreiben, welches der neuen CD „Schnauze Voll!“ von der Band „Auf Bewährung“ beilag und ich muss sagen, das kann ich so fast unterschreiben. Ob deutschsprachiger Punkrock im Jahr 2012 so klingen muss weiß ich nicht aber er kann es auf jeden Fall, denn das ist eine verdammt geile Scheibe geworden. Klingt eben endlich mal nicht nach einer Mischung mit dem Deutschrock-Genre.
Schon als ich mir die Trackliste von der CD „Schnauze Voll!“ angesehen habe hatte ich direkt ein gutes Gefühl im Bauch: „Nazis auf´s Maul“, „Pfeffi muss mit“ und „Hass wie noch nie 2012″ ließen mich schonmal das Beste hoffen. Also die CD in die Anlage geworfen und schauen ob sich die Erwartungen erfüllen.
Die 4 Jungs aus Mecklenburg-Vorpommern hauen mit ihrer aktuellen CD wirklich ein Punkrock-Brett raus. Endlich habe ich beim ersten Anhören einer CD mal wieder richtig Spaß, wippe mit dem Kopf im Takt und möchte am liebsten nur noch mit Freunden durch mein Wohnzimmer pogen. Ja, doch – das beschreibt es eigentlich perfekt. Nicht überproduziert und auch nicht so clean wie manch andere CD Produktion aus den aktuellen Jahren – es klingt einfach so, wie Punkrock klingen sollte – etwas rauher, laut, rotzig und frech.
Textlich wird mit der Grauzone abgerechnet, Nazis bekommen eine „auf´s Maul“ und auch die Liebe wird mit einer schönen Punkrock-Ballade besungen. Einfach ein toller Mix aus niemals endenden Themen und auch ganz aktuellen Geschehnissen. Ich muss gestehen, dass ich die Band „Auf Bewährung“ bis gestern gar nicht wirklich kannte und so hatte ich mir lediglich beim Song „Hass wie noch nie 2012″ etwas anderes vorgestellt – denn dieser Titel reimt sich doch so schön auf „All Cops Are…“ ach, Ihr wisst schon ;) Nach ein paar Minuten Recherche findet man allerdings die Version vor dem Jahr 2012 und da geht es dann tatsächlich um den Freund und Helfer in seiner grünen Uniform, so wie ich es erwartet hatte. „Pfeffi muss mit“ wird übrigens definitiv unsere Ost-Hymne, wenn wir uns das nächste Mal dort befinden :-)
Das Album rotiert jetzt seit 2 Tagen in der Anlage und ich finde nicht, dass ich da noch einen langfristigen Eindruck von brauche: Das Album ist Punkrock pur! Gute Texte und musikalisch so wie Punkrock für mich klingen sollte (vorallem nicht überproduziert und sauber wie Popmusik!). Völlig verdiente 8/10 Punkte. nameless

RamTatTa
AUF BEWÄHRUNG treiben seit 2006 in Mecklenburg-Vorpommern ihr Unwesen auf den Bühnen. Das erste Mal von der Band hörte ich 2010, als wir zusammen auf dem Punk vs. Gesellschaft Open Air im thüringischen Schleyz zockten. Nette Jungs, die mich auch musikalisch sofort überzeugen konnten, denn sie machen richtig schnellen, pogotauglichen Punkrock. Umso mehr war ich natürlich gespannt auf das neue Album der Band, welches auf dem Label RIOTKIDS RECORDS erschienen ist. „Schnauze voll“ wartet mit 12 Songs auf, und in der Beschreibung zur CD steht folgender Satz: „Schnauze voll! ist eine logische Weiterentwicklung für die Band und zeigt, wie deutschsprachiger Punkrock 2012 klingen muss.“ Bin ja der Meinung, dass Punk nicht irgend einem Zwang unterliegt, wie er klingen muss, denn Punk ist ja immer noch das, was du draus machst! Die Hauptsache ist doch dass es authentisch rüber kommt, nicht überproduziert oder 100% fehlerfrei ist und die Botschaft der Texte eben keine patriotische Deutschrockkacke ist. Vielleicht wollten die Jungs auch gerade wegen dem „Deutschrockmonster“, dem so viele Bands in die Fänge gehen, nochmal verdeutlichen dass man Punkrock macht. Und beim ersten Hören der Scheibe wird das sofort auch bestätigt: Es ist Punkrock, der schnell und rotzig abgeht, kombiniert mit guten Texten. Songs wie „Klau dir dein Leben dein Leben zurück“, „Leute wie du“, „Milch und Honig“, „Traum“ und „Solang du kannst“ bringen textlich und musikalisch das richtige Maß an Angepisstheit und Aggression zum Ausdruck, das in der heutigen Zeit oft anderen Bands fehlt! Mein Anspieltipp der Platte ist „Seelenfresser“ (Auszug: Leasingwagen, Reihenhäuser bestimmen hier das Bild und niemand hat mich je gefragt, ob ich so ein Leben will. Seelenfresser – Menschen werden zu Maschinen – Seelenfresser – die ihrem eigenen Luxus dienen). Des Ohrwurms nicht genug, gibt`s noch den gute Laune Song „Pfeffi muss mit“ zu lauschen. Lässt sich schön mitgröhlen und ich stell grade fest, dass es `ne ganze Menge Songs über dieses köstliche Getränk gibt, wäre mal Zeit für `nen Pfeffi-Sampler liebe Labels ;-) Textlich bekommen alle homophoben und sexistischen Prolls („Tanzverbot“) ihr Fett weg und es gibt auch `nen Song gegen Nazis, der alles andere als 0815 ist. „Nazis auf`s Maul“ erinnert mich beim Intro beim Ersten Hören sofort an die Rügener Trashrocker von COR. Toller Sound, der nicht von ungefähr kommt, denn die vergangenen Alben von COR wurden von „Schrathaus Produktion“ aufgenommen, selbige zeigen sich auch für den neuesten Streich von AUF BEWÄHRUNG verantwortlich. Da habt ihr definitiv nix falsch gemacht, Jungs! Als Bonus gibt`s auf der Platte eine 2012-Version von „Hass wie noch nie“. Beim ursprünglichen Song ging es gegen unsre „Freunde“ mit dem Gummiknüppel. Diesmal geht es gegen rechtsoffene Arschlöcher! Ein zeitloser Song, gegen den, wie die Band es nennt, „Nazikuschelkurs“ Die musikalische Orientierung ist hier also klar, kein Weichspüler-Punkrock. Die Liebes-Ballade „Sterne bringen“ geht auch ok, wer`s mal ruhiger mag. Als Extra auf der Platte geht bei Track 5 ein Anruf der Nachbarin auf dem Anrufbeantworter ein, die sich über den „nächtlichen Radau im Hof“ beschwert. Unterlegt wird das mehr als amüsante Gelaber von Frau Nachbarin natürlich mit: Punkrock! Und das ist auch das Motto dieser Platte!!! RamTatTa

Pressure-Magazin
Seit dem Winter 2005 gibt es die Punkrock-Band Auf Bewährung aus Wismar. Sie veröffentlicht mit „Schnauze Voll!“ ihr zweites Album, welches 13 Titel, inklusive einem Intro, enthält und beim Label Riotkids Records erscheint.
Die Band hatte zuvor die Demo-CD „Pogo & Gesang“ und das Album „Sturmwarnung“ veröffentlicht und spielte bereits Konzerte mit Bands wie COR, Fahnenflucht oder auch Rasta Knast. Die vier Musiker spielen 31 Minuten lang Punkrock der gröberen Sorte, im positiven Sinne. Die 13 Songs sind melodisch, hart und liefern gut bis sehr gute Texte. Hier wird nämlich ordentlich zum Rundumschlag ausgeholt und man singt gegen aktuelle Strömungen wie die unsägliche Grauzone, gegen Faschisten, Rassisten, Sexisten und für ein selbstbestimmtes, freies Leben ohne Zwang und Leistungsdruck. Für mich zählen die Songs „Nazis auf´s Maul“, „Leute wie du“, „Tanzverbot“ oder auch „Traum“ zu den Besten auf diesem Album. So heisst es zum Beispiel beim Titel „Tanzverbot“:
„Homophobes Rumgeprolle, davon wollen wir nichts wissen. Sexistische Attitüde finden wir beschissen. Kein Bock mehr auf Diskussionen, dafür ist es nun zu spät. Auch Toleranz hat ein Ende, wenn es um eigenen Freiraum geht. Wir wollen euch nicht auf unserer Show! Ihr habt hier Tanzverbot! Wir haben nur eine Regel und die müsst ihr verstehen: Wer nicht die Grenzen anderer achtet, der darf nach Hause gehen! Wir wollen euch nicht auf unserer Show! Ihr habt hier Tanzverbot!“
Der langsame Song „Sterne Bringen“ fällt für mich aus der Reihe, denn leider setzt sich die Stimme hier nicht durch und klingt auch nicht besonders gut. Die Band sollte sich auf schnelle, laute Songs konzentrieren und Balladen lieber außen vor lassen. Aufgenommen wurde das Album unter der Leitung von Janko Moede in Greifswald bei „Schrathaus Produktion“, der unter anderem für die letzten Alben der Band COR und für das Debutalbum von Feine Sahne Fischfilet verantwortlich ist.
Dieses Album bekommt, gerade wegen der sehr guten Texte, vier Sterne von mir. Der Sound ist schön rau, die Balladen sollten die Musiker weglassen und die Mischung aus Punkrock und Ska ist auch gut. Cover und Artwork gehen vollkommen in Ordnung und passen zu den Texten. Pressure

Plastic Bomb
Nach eigener Aussage kommt die Band geradewegs aus der Tristesse Mecklenburg-Vorpommerns. Mit „Schnauze voll! bringt die seit 2006 existierende Band aus der Nähe von Wismar ihr 2.Album raus. Es wird schnell klar, dass der Titel nicht nur eine Phrase ist. AUF BEWÄHRUNG machen das Maul auf. „Klau dir dein Leben zurück“ wird ebenso nachdrücklich rausgeknallt wie „Nazis aufs Maul“, „Hass wie noch nie“ oder „Tanzverbot“, das man Sexisten, Faschisten und der Grauzone erteilt. Die politische Attitüde stimmt und wird mit Nachdruck vertreten. Die Band hat Schwung und Elan. Die Lieder gehen durch ihre mitsingtauglichen Refrains gut ins Ohr und setzen sich dort fest. Auch die Chöre sind nett. Ein Trinksong darf mit „Pfeffi muss mit“ auch nicht fehlen. Auf die Ballade „Sterne bringen“ hätte ich gerne verzichten können. Denn um Balladen zu singen muss man auch die passende Stimme haben, was hier echt ganz und gar nicht der Fall ist. AUF BEWÄHRUNG siedeln sich musikalisch irgendwo zwischen Deutschpunk und Punkrock an. Gefällt mir gut. Alles in allem ist das ein durchaus cooles Album, das gut reinläuft. Das Frontcover ist eine schöne Zeichnung, die den Alltagswahn thematisiert. Bullen, Geldhaie, Fernsehen… alle zerren an einem. Antesten ! Micha.- Plastic Bomb

Ugly Punk
Gut eineinhalb Jahre nach ihrer ersten CD präsentieren uns AUF BEWÄHRUNG den Nachfolger. Abermals ist das Cover recht bunt und ziemlich cool geworden. Also mal hören, ob die Scheibe mit dem absolut tauglichen Vorgänger auch inhaltlich mithalten kann.
Nach einem verbalen Intro startet man jedenfalls gleich richtig durch mit absolut tauglichem, gut gespieltem und straightem Deutschpunk. Die Produktion ist dabei etwas roher ausgefallen als beim Vorgänger, was der Band gut zu Gesicht steht und somit einfach authentischer klingt. Außerdem wirken die Songs insgesamt homogener, auch wenn wieder genug Abwechslung geboten wird. Jedenfalls geht man etwas härter zur Sache und hat einige tolle Mitgröhl-Parts im Gepäck. Gut, der Gesang bei der fehl am Platz wirkenden Ballade „Sterne bringen“ ist ziemlich wackelig und hat auch sonst ab und an einen kleinen Hänger, aber ansonsten leistet man sich keine musikalische Ausrutscher. Auch textlich gibt’s eigentlich nicht viel zu meckern. Die Inhalte sind erfreulicher Weise ziemlich direkt und man kotzt sich dabei auch gut aus. Mal bei alt hergebrachten Themen wie Faschos & Bullen oder über aktuelle Entwicklungen wie die Grauzone – aber auch so manch anderem Szene-Spacko wird die Meinung gegeigt. Ein bisschen Party-Spaß sowie ein wenig nachdenklich-emotionales findet zum Ende hin dann auch noch Platz.
Obwohl, oder gerade weil die Produktion nicht mehr so fett ist und rotziger kling als beim Erstling, können AUF BEWÄHRUNG mit ihrer zweiten Scheibe eine Schippe drauflegen. Und nebenbei haben die Jungs ein paar richtige Hits im Gepäck. „Nazis aufs Maul“ sowie „Hass wie noch nie“ stechen dabei am meisten heraus. Aber der absolute Kulthit dürfte das geniale „Pfeffi muss mit“ (wie wahr!) werden. Mirko / Ugly Punk

Burn Your Ears
AUF BEWÄHRUNG sind eine Punk Rock Band aus Mecklenburg-Vorpommern, gegründet in 2005/2006. Die Band spielt rohen Punk Rock, ähnlich wie die Kollegen von NO KLUC und mit Tendenzen zu SLIME. Stimmlich nicht das Gelbe vom Ei, aber ein Vier-Oktaven-Organ würde sich auch mit den derben Punk Rock Akkorden beißen. Schon das Cover bzw. das Booklet ist sehr ansprechend und macht richtig Lust auf „Schnauze Voll“. Durchdrehen im Sog von Kredithaien, Krieg, TV und normalem Wahnsinn, das stellt das Cover im Grunde dar.
AUF BEWÄHRUNG nehmen sich alle üblichen Themen vor und Songs wie „Nazis Auf’s Maul“ gehen irgendwie immer klar. AUF BEWÄHRUNG erfinden das Rad nicht neu, aber sie spielen schönen eingängigen Punk Rock mit vielen schnell zündenden Momenten. Textlich könnte es hier und da etwas anspruchsvoller sein, und der Versuch einer Ballade bei „Sterne bringen“ ging leider komplett in die Hose. Fremdschämen und Lachflash wechseln sich hier ab…
Highlights sind dafür das Ska-geschwängerte „Tanzverbot“ oder das inhaltlich packende „Klau Dir Dein Leben zurück“. Das Intro und die musikalisch vertonte Anrufbeantworternachricht „Radau“ sind ebenfalls klein aber fein. Im Großen und Ganzen macht „Schnauze Voll“ Spaß und lässt einen Hauch von Jugendzentrum Punk schnuppern. Um den Wiederhören- Faktor zu erhöhen, bräuchte es für mich anspruchsvollere Texte und auch ein Wiedererkennungsmerkmal wäre ganz nett.
Momentan ist das eine nette Platte, der man aber kein Trademark namens AUF BEWÄHRUNG anhört, könnte (leider) auch von jeder anderen Punk Rock Band stammen. Gerade für jugendliche Punk Rookies sind die 6 Euro für die digitale Ausgabe von „Schnauze Voll“ aber gut investiert. Burn Your Ears

Bierschinken
Nach dem bescheuerten Intro haben die vier Wismarer schon fast gewonnen. Der erste Track poltert dann auch in einem sehr hörbaren Deutsch/Street-Punk Gewand daher. Mit „Nazis auf’s Maul“, „Hass wie noch nie 2012″ und dem schunkelig, tanzbaren Anti-Grauzonen Song „Tanzverbot“ ist dann auch direkt klar wie der Hase läuft. An Textpassagen wie „Hass, Hass, Hass wie noch nie – Grauzonenpack fickt euch ins Knie“ kann man sich das ungefähre Alter der Jungs heraus filtern.
Witzigerweise muss ich unweigerlich an Berliner Weisse denken was den Gesamtsound der Platte angeht, allerdings ohne die markante Stimme und etwas druckloser was die Produktion angeht. Aber dafür mit einer klaren politischen Aussage und nicht dem „wischi-waschi-unpolitisch“ Quatsch, welchen man gerne vom grauen Ufer her hört.
Die Assel-Karte spielt man bei Songs wie „Radau“ und dem schon elementarischen Saufsong „Pfeffi muss mit“ aus, beides allerdings echt witzige Songs. Was man sich bei der Ballade „Sterne bringen“ gedacht hat, sei mal dahin gestellt. Nicht dass ich grundsätzlich etwas gegen balladeske Songs auf Deutschpunk-Granaten habe, allerdings bremst dieses Exemplar doch etwas zu sehr. Ein kleines Bonus-Schmankerl findet man dann noch nach dem letzten Song, wenn man nicht direkt ausmacht.
Ein insgesamt sehr gelungenes Deutschpunk-Album was mir wie diverse andere Veröffentlichungen des Jahres 2012 zeigt, dass Deutschpunk nicht tot ist. Ich bin gespannt auf die weiteren Outputs der Ostsee-Punks. Bierschinken

Up The Punks
Nach mehrmaligem Durchhören komm ich jetzt endlich mal dazu ein Review zur neuen Scheibe von AUF BEWÄHRUNG zu schreiben. Das Cover ist schonmal sehr ansprechend, im Comicstil.
Die Jungs präsentieren uns 12 geladene Songs (+Intro) und neben dem üblichen Ausgekotze gegenüber Nazis, Bullen etc. gibts noch zwei Lovesongs, von denen einer dem guten, alten Pfeffi gewidmet ist.
Nach dem Intro gehts gleich los mit Klau dir dein Leben zurück. Ein erster Grund dafür am großen Knopf zu drehen und nach rechts bitte. Gleich im Anschluss haben wir noch einen Kracher. In Nazis aufs Maul ist nach knapp 1.38 min alles gesagt und ich hab meinen ersten Liebling auf der CD gefunden.
Den Song Milch und Honig gabs ja schon vor dem Release zu hören und auch der hat es in sich.
So haben wir mit den ersten drei Songs schonmal den perfekten Start.
Danach gehts erstmal energisch und aussagekräftig weiter bis zur Ballade Sterne bringen. Gerade weil der Gesang hier nicht wirklich super ist, finde ich das Stück echt bravo. Kommt irgendwie authentischer rüber und erinnert mich persönlich ein bisschen an EX NÖR SÄXs 1000 Liebeslieder. Nur gesanglich.
Abgerundet wird das Ganze letztendlich noch mit der Pfeffi-Hymne Pfeffi muss mit.
Vom Sound her kann man den Jungs wirklich nichts ankreiden und auch stimmlich hat sich Archi ziemlich weiterentwickelt. Alles in Allem ist Schnauze Voll rauer und energischer als der Vorgänger.
Textlich kann ich nur ein riesen Lob aussprechen und mir das ganze Album noch X Mal anhören.
Fett! Up The Punks

Blueprint
Hier liegt wieder mal ein klarer Fall von akuter Deutschpunkeritis vor! AUF BEWÄHRUNG aus Mecklenburg-Vorpommern existieren nun seit sechs Jahren und haben, wie der Albumtitel bereits verkündet, die Schnauze gestrichen voll: Von Rassisten, Sexisten, Nazis und Grauzonen-Deppen ebenso wie von Konformität, Konsumzwängen und einer Gesellschaft, in der das Individuum scheinbar nichts mehr zählt. Typische Deutschpunkthemen also, die allerdings textlich gut umgesetzt wurden und trotz einiger griffiger Slogans keineswegs in die berühmt-berüchtigte Rhetorikfalle tappen. Auch musikalisch bewegt sich die Band auf einem gehobenen Niveau und gibt über weite Strecken ordentlich Gas, ohne dabei die Melodien zu vergessen. Auf der Deutschpunk-Landkarte würde ich AUF BEWÄHRUNG folglich irgendwo zwischen ALARMSIGNAL, WILDE 13 und FAHNENFLUCHT ansiedeln, wobei Ausnahmen bekanntlich die Regel bestätigen: In „Tanzverbot“ etwa versuchen sie sich mehr oder weniger erfolgreich an einem Ska-Stück, während das rockballadige Liebeslied „Sterne bringen“ dagegen nicht so recht zum Rest des Albums passen mag und für klare Abzüge in der B-Note sorgt. Abgesehen davon wird „Schnauze voll!“ den Ansprüchen an eine gute Deutschpunk-Scheibe aber weitestgehend gerecht und sei somit dem gemeinen Force Attack-Besucher wärmstens ans Herz bzw. an die Leber gelegt. Blueprint Fanzine

Ox
Dass AUF BEWÄHRUNG die „Schnauze voll“ haben, kommt in den Songs der Jungs aus Mecklenburg-Vorpommern deutlich zur Sprache. So gibt es eindeutige Positionen gegeüber Nazis („Nazis aufs Maul“) und der Grauzonen-Thematik („Hass wie noch nie 2012″), aber auch gegenüber Homophobie („Tanzverbot“). Wie ihr merkt, sehr politisch das Ganze, aber dafür auch authentisch. Mit ordentlich Druck vorgetragen und viel Spielfreude versehen, gehen die Songs gut ins Ohr und machen das Album zu einem sehr kurzweiligen Erlebnis. Auch einige schöne Singalongs, sowie „Ah“ und „Oh“ sind zu hören. Soundtechnisch geht es in Richtung von Bands wie BRDIGUNG und ALARMSIGNAL, wobei man sich im Vergleich zu diesen nicht verstecken muss. Das Album ist sehr gut produziert und auch das Artwork im Graffiti-Style weiß zu überzeugen. Da bleibt nur zu hoffen, dass uns die Band noch für einen längeren Zeitraum erhalten bleibt, auch wenn wir wissen, dass es AUF BEWÄHRUNG sein wird. (8) Sven Grumbach

Rocktimes
Die Deutsch-Punx Auf Bewährung aus Meck-Pomm haben offenkundig die „Schnauze voll!“, und so erstickt auf dem Coverartwork passenderweise eine hässliche Fratze in einem Meer aus grüner Kotze, die viele Hässlichkeiten der heutigen Zeit beinhaltet: Fernsehen, Kredithaie, Staatsgewalt, Großstadttristesse.
Auf Bewährung meinen ihre Sache demzufolge ziemlich ernst, was auch Musik und Texte der hier enthaltenen 13 Titel verdeutlichen. Hier gibt’s ungeschönten, schnörkellosen Punk Rock, der so old school wie homogen daherkommt. Damit reiht sich das Quartett in die klassischen Deutschpunk-Bands ein, wie man sie beispielsweise von den kultigen „Schlachtrufe BRD“-Samplern kennt. Wer also Rasta Knast, Molotow Soda, Fahnenflucht, Slime etc. mag, der wird auch mit Auf Bewährung sicher was anfangen können.
Textlich positioniert sich die Band demzufolge gegen Faschismus, Rassismus, Sexismus und für ein Leben in Freiheit und ohne Zwang – altbekannte Punk-Thematiken also, wie man sie schon seit den Achtzigern kennt und seitdem immer und immer wieder vorgebetet bekommt. Darüber kann man sich aufregen, andererseits aber auch einsehen, dass diese Dinge ihre Relevanz wohl nie verlieren werden…
Auffällig an „Schnauze voll!“ ist zuerst einmal das „Intro“. Hier wird die Band auf einem kleinen Festival dem Publikum angesagt und vorgestellt (»… das sind die, die es ein bisschen lauter mögen…«). Ebenso interessant ist eine enorm trashige Version des Gassenhauers „The Lion Sleeps Tonight“ als Hidden Track am Ende der CD. Dazwischen gefallen der starke Opener „Klau dir dein Leben zurück“, „Milch & Honig“, „Solang‘ du kannst“, „Tanzverbot“, „Traum“ oder „Pfeffi muss mit“ (letzterer ist lockerer Country Rock mit Harp-Einsatz!).
Insgesamt erwartet den Hörer bei Auf Bewährung absolut nichts Neues, sondern altbekannte (und bewährte) Deutschpunk-Kost. Wer sich bei den genannten Referenzgrößen zu Hause fühlt und ungeschönten Texten, bellendem Gesang sowie simplem Akkordgeholze nicht abgeneigt ist, der holt sich „Schnauze voll!“ nach Hause und macht damit garantiert nichts falsch. Das Album kann man haben – muss man aber auch nicht. Rocktimes

Handle Me Down
Die Rollenverteilung ist klar, an ihrer Herkunft lassen AUF BEWÄHRUNG keine Zweifel. Deutsch-Punk lautet die Überschrift. Die Truppe bedient dann auch artig ein paar bekannte Klischees, setzt an anderer Stelle aber auch ein paar erfreuliche Duftnoten. Denn statt ewig gleicher Polterei haben die Jungs ein paar feine melodische Songs im Repertoire. Vor allem „Leute wie du“ fährt einen ungemein hymnischen Refrain auf.
Neben der typisch rechten Keule („Nazis auf´s Maul“) setzt sich die Band in ihren Texten auch mit sozialkritischen, persönlichen Dingen auseinander („Milch und Honig“, „Seelenfresser“, „Klau dir dein Leben zurück“). Die Texte sind zwar nicht übermäßig anspruchsvoll, passen aber einfach zum rauen Unterton des Albums. Mit der Ballade „Sternen bringen“ sorgen die Jungs zwar für einen Ausfall, dafür entpuppt sich die trinkfreudige Hymne „Pfeffi muss mit“ zum Schluß noch mal als kleines amüsantes Highlight. Ob das für die Champions League des Deutsch-Punk reicht wage ich mal zu bezweifeln, aber für ein kurzweilig unterhaltsames Album mit charmant rotziger Note reicht es allemal. Handlemedown

Rock-Rebel
Seit ca. 7 Jahren gibt es die Band aus dem Norden schon und nun haben sie kürzlich ihr zweites Album “Schnauze voll!” veröffentlicht. Ihre letzte Scheibe “Sturmwarnung” war mir durch Zufall mal zu Ohren gekommen, wobei ich die Band schonmal in positiver Erinnerung behalten habe. Schneller Punkrock, kritische Texte, aber auch durchaus leicht selbstironische Züge gepaart mit einem durchaus markanten Gesang. Wollen wir doch mal schauen wie es sich auf der neuen Platte so verhält…
Nachdem man von einem Dorfkirmes-Ansager (?) viel Spaß gewünscht bekommt, geht es auch schon los mit “Klau dir dein Leben zurück”, was an den bekannten Sound nahtlos anknüpft. Eine schnelle pogofähige Punkrock-Nummer und ebenso eine einprägsame Melodie und Text. Eine erste klare Ansage folgt dann auch prompt mit “Nazis aufs Maul”, der mit den alten und auch neuen Rechtsextremen, wie einem schnauzbärtigen Sprachfehler behafteten Berliner SPD-Mitglied, klar abrechnet und eine dem Titel naheliegende Forderung stellt. Musikalisch kommt auch hier kein großer Umbruch oder gar eine Überraschung auf, was aber auch nicht weiter schlimm ist. Die Band zieht ihren Stil konsequent durch und weiß dabei durchaus zu überzeugen.
Wobei es gibt dann doch sowas wie einen exotischen Ausreißer. “Tanzverbot” mixt hawaiianische Rhythmen mit einer prise lässigem Punkrock. Textlich wird hierbei zwar ziemlich der Zeigefinger geschwungen, aber irgendwie ist es eine schöne Vorstellung locker mittanzend den besungenen Idioten den Stinkefinger entgegen zu strecken. Von ihrem älteren ACAB-Song “Hass wie noch nie” hat eine neue Version, sicherlich motiviert durch aktuelle Entwicklungen, den Weg auf das Album geschafft. Anstatt gegen Polizisten wird nun gegen rechtsoffenes “Grauzonenpack” gesungen. Ich muss sagen die Version hat auch was für sich und für eine Band aus Mecklenburg-Vorpommern ist es sicher noch eine Spur wichtiger sich klar zu positionieren. Diese Haltung ist 100%ig unterstützenswert solange die Definition von der sogenannten “Grauzone” nicht auf halbgaren Gerüchten und Hörensagen basiert.
Als vorletzter Song kommt mit “Sterne bringen” noch eine schöne Ballade, die zeigt, dass Archi (voc.) auch eine hörenswerte Gesangsstimme hat, wenn es mal ruhiger zugeht. Für mich als überzeugter Pfeffi-Gegner ist der letzte Song aus inhaltlicher Sicht nicht unbedingt nachvollziehbar, aber irgendwie ist “Pfeffi muss mit” dann doch ein locker-lustiger Stimmungssong. Live werde ich einfach den Kompromiss anstatt von “Pfeffi” vielleicht etwas anderes mitzusingen.
Insgesamt haben “Auf Bewährung” eine schöne Scheibe abgeliefert mit 12 guten Songs, unter denen keiner dabei ist, den ich negativ hervorheben würde. Textlich treffen sie es auf den Punkt und musikalisch ziehen sie ihr Ding durch und konnten mich auf jeden Fall überzeugen! Einziger Kritikpunkt am Schluss: soundtechnisch wäre noch etwas mehr drin gewesen. Es ist absolut kein scheppernder Blechdosen-Sound, wenn ich die Produktion aber mit anderen Neuerscheinungen vergleiche, klingt es hier doch etwas dünner. Dafür passt aber so ziemlich Alles andere! Rock-Rebel

STURMWARNUNG (2009)

Dr. Zeller
Schon vor einigen Jahren wurde ich irgendwie auf die Band AUF BEWÄHRUNG aufmerksam und vor kurzem bin ich dann auf ihr Demo-Album „Pogo & Gesang“ gestoßen… Die Lieder „Mozart“ und „Unterdrückte Seelen“ kannte ich ja schon, weil mir früher mal die Live-Aufnahmen davon in die Hände oder besser gesagt auf den Rechner gefallen waren. Aber genug der Vorgeschichte… „Pogo & Gesang“ ist wirklich n verdammt geniales Demo! 5 pogotaugliche Songs in wahnsinnig guter Qualität, geniale Texte und ein Sound, der für mich ab jetzt für AUF BEWÄHRUNG steht! Zu sagen ist noch, dass der Sound teilweise n bisschen in die Pop-Punk-Schiene abrutscht, was die Songs aber umso genialer und melodiöser macht! Meine Lieblingsnummern sind hier „Way Of Life“ und „Unterdrückte Seelen“… :-) Resumee dieses kurzen Reviews: „Pogo & Gesang“ downloaden oder bei den jungs von AUF BEWÄHRUNG ordern; einfach ein scheiß-geiles Deutschpunk-Demo!!! Dr. Zeller

Oi-Vision
Auf Bewährung, eine Band von der Ostsee. Die 5 Jungs spielen eine Mischung aus Punkrock und Metal mit diversen Oi! und
Hardcore Einflüssen. Ihre Demo-CD „Pogo&Gesang“ beinhaltet 5 Songs, alle in deutsch gesungen. Es geht um den Krieg, den Rebell Mozart, den Way of Life, den Glauben und im abschließenden Song um getürkte Wahlen. Mal schnell gespielt, aber durchaus auch langsame Zeilen geben diesem Demo den nötigen
Pepp, den es braucht. Sehr durchdachte Texte, sauber gespielte Instrumente und eine klar verständliche Stimme mit vielen fetten Chören im Hintergrund.
Die Jungs werden in naher Zukunft ein Album rausbringen, da darf man sich durchaus drauf freuen. Die Demo-Songs kann man sich kostenlos runterladen. Einfach die Band kontaktieren oder auf ihrer Homepage nachlesen. (fp) Oi!Vision

Ugly-Punk
Und noch ein Debüt-Album. Diesmal von AUF BEWÄHRUNG aus dem wunderschönen MeckPomm. Bereits seit 2006 macht das Quartett zusammen Musik und legt hier ein echt gut produziertes Teil vor. Zu Beginn hört man erstmal ein echt geniales Klavierintro bevor’s mit ‘nem leicht weltverbesserischen D-Punk-Song weiter geht. Allerdings geht man jetzt schon mit viel Spielfreude zu Werke.

Der Sound ist fett, voll und melodiös. Fast an der Grenze zur Überproduktion, aber man schafft es, genug Rohheit mit rein zu bringen, so dass es genug Druck bringt. Auch der abwechselnde, teils mehrstimmige Gesang und die Chöre fügen sich da ganz gut ein. Da gibbet echt einiges zum mitgröhlen. Musikalisch gibt man sich schöner Weise szeneintern übergreifend und abwechslungsreich. Mal etwas Ska, dann wieder melodiöser oder wütender Deutschpunk, astreinen Oi-Punk oder etwas Rock’n‘Roll. Und auch diese Mischung passt echt gut. Textlich bewegt man sich den Genres angepasst, was auch den Anspruch des jeweiligen Stils reflektiert (Der Mozart-Text is der Knaller). Allerdings ist AUF BEWÄHRUNG die Glaubwürdigkeit nicht abzusprechen und es macht richtig Spaß da zu zuhören. Man bewegt sich zwischen Trash, Realsatire und ernsthafter Aussage und auch diese Mischung passt. Man könnte fast denken, da wären verschiedene Bands am Werk.

Eine gute halbe Stunde abwechslungsreiche, fett produzierte Punk-Mucke! Sollte man auf jeden Fall mal reinhören. Mittlerweile gibt es (wie ich gört habe) auch ein neues 5-Track-Mini-Album. (Mirko) Ugly Punk

Crazy United
Vom meckpommerischen Teil der Ostsee kommen die „Baltic Rock and Roll“ spielenden AUF BEWÄHRUNG, die mit „Sturmwarnung“ ein interessantes Debüt auf einem kleinen (bandeigenen?) D.I.Y.-Label namens „Riotkids Records“ veröffentlicht haben. Der Gesang bedient sich der deutschen Sprache und die Musik fiel recht abwechslungsreich aus. Man fischt mal mehr im „Deutschpunk“- und mal mehr im Oi!-Punk-Bereich – und zwar gar nicht mal schlecht. Die Songs sind melodisch und teilweise mit schön druckvollen Chören versehen; man beherrscht seine Instrumente und versteht es, die zwei Gitarren gut einzusetzen. Lediglich der Gesang gefällt mir nicht so gut, der dürfte gern etwas dreckiger und rauer klingen. Textlich gibt man sich kritisch und kämpferisch, hört sich alles ganz vernünftig an. Der Hit des Albums ist aber „Kennst du das Lied schon?“ über Aiman Abdallah, den Moderator des Pseudo-Wissenschaftsmagazins „Galileo“ – da musste ich echt lachen, klasse Humor! Der Eröffnungssong wurde übrigens mit einem stimmigen Klavierintro versehen, andere Songs wie „Bist du? Du bist!“ sind mit ca. einer Minute Spielzeit sehr kompakt geraten. Aber was singen die da eigentlich über Mozart? „Er kämpfte gegen die Obrigkeit / ein Rebell in einer fremden Zeit“?! Hab ich irgendwas verpasst? Zuviel Falco gehört oder so? Wie dem auch sei, die Band darf von mir aus gerne weitermachen. Die CD ist übrigens auf gerade einmal 100 Exemplare limitiert und vermutlich aus Kostengründen wurde an der Aufmachung gespart: eine sehr billige Digipak-Variante, kein Booklet o.ä. Elf Songs in 32 Minuten. Günni

Ox-Fanzine
AUF BEWÄHRUNG kommen aus Rostock und spielen Streetpunk mit deutschen Texten.Manchmal bin ich allerdings nicht sicher, ob es sich nicht doch eher um Deutschpunk handelt, aber hier sind die Grenzen natürlich fließend. Mit „Kennst du das Lied schon?“ ist den Jungs ein kleiner Hit gelungen und auch die Produktion ist okay. In diesem Fall hat die Band gut daran getan, ihre CD „Sturmwarnung“ zu nennen, denn es ist mehr als nur ein laues Lüftchen dabei herausgekommen. Leider sind mir die Songs auf Dauer zu eintönig und etwas mehr Tempo hätte sicherlich an manchen Stellen nicht geschadet. Die Schlagzeugbreaks holpern durch den Raum, können jedoch nicht verhindern, dass man diese Platte als gelungenes Debüt einer jungen Band bezeichnet. (7) Christoph Lampert

Plastic Bomb
Aus Greifswald stammt diese Band, die ihren Stil als „Punkrock vonner Waterkant“ bezeichnet. AUF BEWÄHRUNG gibt es bereits seit 5 Jahren und sie können immerhin bereits auf 50 Konzerte zurückblicken. Die Musik gefällt mir gut, bekommt man doch eine durchweg gelungene Leistung geboten. Die Songs verfügen über viel Power und Melodie und bringen die Bude gleich in Stimmung. Die CD-R kommt mit einem profimäßigen Farbcover im Slim-Case-Look, sieht schick gemacht aus. Textlich haben die Jungs auch das Herz am richtigen Fleck, da Songs wie „Krieg“, „Wahlkampf“, „Unterdrückte Seelen“ oder „Flucht in den Tod“ eindeutig zeigen, dass sie diese Themen sehr gut angegangen sind.

„Attitüde zählt“-Blog
Es gibt Bands, bei denen brauch man lange, um sich mit der Musik anzufreunden. Und es gibt Bands, die einen sofort an Ort und Stelle den Arsch wegblasen. Zu letzteren gehört Auf Bewährung, eine vielseitige Punkband von der schönen Ostseeküste.
Ihr Erstlingswerk ist letztes Jahr erschienen und wird von mir immer noch sehr gerne gehört. Aber nun von vorne. Begonnen wird die Scheibe mit dem Klavierintro zum Song „Krieg“. In diesem Druckvollen Song verliert ein Kind in Bosnien seine Familie, wird am Ende selbst erschossen und sieht dann endlich seine Eltern im Jensiets wieder. Klingt platt, ist aber verdammt gut gemacht. Weiter gehts mit dem sozialkritischen „In dieser Zeit“, wo der Persönlichkeitsverlust durch die Massenmedien angeprangert wird. Eine Ode an den Punk- und Skinheadkult gibts mit „Way of Life“ auch noch und läd zum mitgröhlen ein. Danach gibt es Ska! „Kennst du das Lied schon?“ ist ein extrem ironisches Lied über den allwissenden Aiman Abdullah und macht richtig Laune. „Baltic Rock‘n'Roll“ ist eine aufgepeppte Version des Songs „Wir sind der FCH“ von Safety Dance, lediglich der Refrain wurde verändert. Wer das Original kennt, weiß, dass der Gesang der Männer sich so anhört, als würden sie jeden Moment einschlafen. Das ist hier nicht der Fall, denn jetzt macht er Spaß! Für mich als Hansafan natürlich ganz großes Kino. Wenig später drückt sich dann ein Hardcore-Song namens „1312 (Hass wie noch nie)“ in die Gehörgänge. Der Name spricht Bände und die Gitarren gefallen mir extrem gut. Später zum Ende noch ein Song über die amüsanten Wahllügen unserer tollen Politiker und dann ist nach etwas mehr als 30 Minuten auch Schluss.
Fazit: Sauber produziert und viele gute Songs. Abwechslungsreich, spaßig und erfrischend wie ein Sprung in die Ostsee! Yeeha! Auf jeden Fall mal reinhören! 9/10

Das Klex
Die Jungs von der Ostsee mit den Anker-tättowierten Oberarmen geben sich mal wieder die Ehre im Klex. Ihre Mischung aus Deutsch- und Streetpunk geht in die Ohren und manchmal auch direkt in die Füsse über. Sie arbeiten gerade an einem neuen Album und werden euch ein paar Kostproben darbieten. Natürlich immer gepaart mit einem zwinkernden Auge von Frontmann und Frauenheld Archi. „Two Fingers in the Air“ garantiert, wenn auch manchmal die Mittelfinger!

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